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Auch lesen:
Wer bin ich, und wenn ja, was lese ich über die Liebe?
By autor on September 14, 2009
Wer sich mit der Liebe und ihren komplexen Nebenphänomenen beschäftigt, kommt zur Zeit an einem Buch kaum vorbei: Richard David Prechts Bestseller „Liebe – ein unordentliches Gefühl”. Also landete das Liebes-Epos schließlich auch auf meinem Schreibtisch. Und beim Lesen stellte sich dann bei mir tatsächlich ein verwirrendes, unordentliches Gefühl ein. Allerdings nicht so, wie es der Buchtitel meint. Erst nach der Lektüre eines weit besseren Buches eines anderen Autors wurde mir klar, warum: Prechts Buch ist wie ein aus Hecken geschnittenes Labyrinth mit Verwirr-Garantie: Gelegentlich sieht man den Kopf des Autors an einer Stelle herausragen und er ruft: „Hier ist die Wahrheit”. Kämpft man sich dann mühsam zu dem Punkt vor, hat sich Precht schon wieder aus dem Staub gemacht, reckt den Kopf anderswo übers Gestrüpp und ruft: „Ätsch, war nicht so gemeint. Hier ist die Wahrheit.” So gehts fort und fort und man wird vom Autor durchs Buch gelockt und getrieben, von einer Schein-Erkenntnis zur nächsten.
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Flirt-Wissen | Der Liebesbrief – durch keine Email zu ersetzen
By autor on September 14, 2009
Ja, ich weiß, ich befinde mich hier auf einer Website, die in der virtuellen Welt verankert ist. Von gesichtslosen Servern gehostet, von undurchschaubaren Stromkreisen gepowert. Gerade deshalb aber will ich an ein Stück Liebeskultur erinnern, das ohne Touchpad, Smartphone und Email funktioniert: Der Liebesbrief. Ein Liebesbrief ist, im gelungenen Fall, eine literarische Kunstform. Die Besonderheit: er wendet sich üblicherweise nur an einen einzigen Menschen. Dennoch kann mehr Gefühl drinstecken, als in einem 1000-Seiten-Roman, der auf der Bestsellerliste steht. Und das wirft die Angebetete (oder den Begehrten) einfach um. Das war zu Zeiten des ersten Liebesbrief-Ghostwriters Cyrano de Bergerac nicht anders, als heute. Liebesbriefe schienen vor 15 Jahren fast ausgestorben zu sein, heute erleben sie aber tatsächlich als Gegenbewegung zur Häppchen- und Schnipsel-Kommunikation per SMS eine Renaissance. Im Internet finden Sie neuerdings haufenweise Ghostwriting-Agenturen, die Ihre Dienste als professionelle Liebesbrief-Schreiber anbieten. Und sogar kostenlose „Liebesbrief-Generatoren”, die nach Eingabe einiger Kerninformationen auf Knopfdruck Standard-Liebesbriefe auswerfen, gibt es.
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Achtung, Herzklopfen!!
By autor on Juli 17, 2009
(armin fischer/t&t)
Online-Dating Plattformen boomen ohne Ende, und ich freue mich, dass eine der jüngsten, frischesten und coolsten mich als Experten engagiert hat: neu.de. Ab sofort können Sie meine Tipps und Studienergebnisse ;) also auch auf dem brandneuen blog herzklopfen.neu.de lesen.Und jetzt, auf die Plätze, fertig … Herzklopfen …
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Fünf populäre Irrtümer über die Liebe
By autor on Juli 8, 2009
(armin fischer/t&t)
Irrtum Nummer 1: Wahre Liebe hält ewig
Ein verbreiteter Irrglaube: Wenn es nicht gehalten hat, dann war es keine wahre, keine echte Liebe. Doch, das war es. Sonst hättet ihr es wahrscheinlich gar nicht bis ins Bett geschafft, oder jedenfalls nicht mehr als einmal. Es gibt keine größere oder kleinere Liebe – es gibt nur die Liebe. Und wenn sie uns packt, dann ist es für den Moment der richtige Partner. Wie lange dieser Moment andauert, steht auf einem ganz anderen Blatt. mehr »Posted in Bindung, Gesundheit & Sex | Tagged 'wahre Liebe', Beziehung, Harmonie, Leidenschaft, Lust | Leave a response
Bitterfotze? Was ist das denn?
By autor on März 29, 2009
Dieser ‘schöne’ Titel ziert das Buch einer schwedischen Journalistin, Maria Sveland, die Ihren Lesern drastisch und brutal vor Augen führt, dass es mit der Emanzipation doch nicht so weit her ist – und das gerade im Emanzipations-Musterland Schweden. Sina Peschke wiederum, eine engagierte Journalistin der Landeswelle Thüringen, bat mich, das Buch zu lesen und in Ihrer Samstagssendung meine Meinung dazu kundzutun.—Keine Sorge*, anders als der Titel vermuten lässt, ist das Buch keine Fortschreibung von “Feuchtgebiete” auf Schwedisch. Mit Sex hat es relativ wenig zu tun. Es ist vielmehr eine ziemlich akribische Beschreibung einer überforderten Mutter im Schweden von heute. Maria Sveland ist eine hervorragende Beobachterin und macht die kleinen Merkwürdigkeiten in der Interaktion von Mann und Frau wo immer sie hinschaut dingfest. Oft auch so, dass man zustimmen und wahlweise schmunzeln oder grummeln kann. Ja. tatsächlich, so ist es oft: Die Frauen strampeln sich ab, spielen dabei für ihre kommunikations-unwilligen Männer noch die Psycho-Krücken und Sozial-Bindemittel, verdienen weniger, werden im Job benachteiligt oder sind Ziele sexistischer Anmache.—So ist es manchmal, klar. Andererseits ist es manchmal auch ganz anders.
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Warum Sex am Nachmittag gut ist
By autor on Oktober 9, 2008
Und Sex, wie kommen wir jetzt auf Sex? Sex gehört zu einem gesunden Körper wie Essen und Trinken. Sex am Morgen kann uns mindestens so in Schwung bringen, wie eine halbe Stunde joggen, und Sex am Nachmittag ist das Schönste, was man sich in einer kleinen „Siesta” gönnen kann…Auch davon hat sich unsere Gesellschaft merkwürdig abgekoppelt. Einerseits ist Sex allgegenwärtig, auf jeder Reklametafel, im Slang der Schüler und Jugendlichen, beim Blick in eine x-beliebige Zeitung. Sex ist scheinbar überall. Jedoch als Stilisierung, als Symbol oder als Mode. Allerdings, der Sex, der uns gut tut, der verschwitzte, keuchende und ekstatische – ja, Ihr ganz persönlicher Sex, der ist gar nicht so präsent. Wann hatten Sie zuletzt wilden Sex am Nachmittag? Überlegen Sie mal kurz, bitte. Sicher, klar, Sie mussten ja arbeiten. Oder sich um die Kinder kümmern. Oder, oder… Als Buchautor (_„Frauen”, “Sex nach sechs Stunden”_) habe ich viele Interviews mit Frauen und Männern geführt und dabei eines festgestellt: fast alle wünschen sich eine erfüllte Partnerschaft, mehr Liebe, mehr gemeinsame Zeit, mehr Vertrauen, mehr Sex. Die wenigsten aber können diese Ziele auf Dauer erreichen und behalten.
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Nie geschriebene Email an Bill Gates
Als ich meine Email an Bill Gates schrieb, lag ich völlig apathisch in einem Fale an der Südküste Upolus, Samoas Hauptinsel. Ein Fale ist eine halboffene Hütte auf Stelzen aus Holzstämmen, mit Pandanusmatten auf dem Bretterboden, einem Moskitonetz, das über der Matratze hängt und einer Menge eingeschlepptem Sand auf dem Boden. Die dem Meer zugewandte Seite war offen und ein türkisfarbenes Leuchten lockte in die Lagune. Draußen, am Riff, stoppten die Brecher, und gelegentlich rollten sie in schönen surfbaren Wellen ab.
Aber daran war nicht zu denken. An gar nichts war zu denken. Ich lag nur auf dem Rücken und delirierte vor mich hin. Und natürlich schrieb ich die Email an Gates nicht wirklich. Denn erstens konnte ich keinen Finger rühren, und zweitens gab es im Umkreis von 50 Kilometern keinen Internet-Anschluss.
So schrieb ich sie im Geiste. Hätte ich allerdings meine Erfindung, von der ich Bill erzählen wollte, schon gehabt, ich hätte sie tatsächlich gleich schreiben können.
!http://www.textundtext.de/bilder/tt_samoa_fale.jpg()!
Ein typisch samoanisches Fale, Ort des Geschehens
Die Nacht
Es war – ungelogen – eine Vollmondnacht und der weiße, von der zurückgehenden Tide geglättete und blitzblanke Sand reflektierte das Licht. Als ich aufwachte – ich weiß nicht, wie spät es war – fühlte ich einen Ziegelstein im Magen. Ich wälzte mich ein paarmal herum und fühlte die Vorboten von etwas Ungewöhnlichem über meinen Körper ziehen wie eine bittere Aura.
...dann setzte ich mich auf, warf das Moskitonetz zur Seite und sprang aus dem Fale. Und noch im Springen kotzte ich – kotzte wie ein durchgedrehter Rasensprenger in hohem Bogen zwei Meter weit in den Sand.
Ich warf einen kurzen Blick auf das, was da herausgekommen war, ging aber schnellen Schrittes sofort runter, die paar Meter zum Strand, und noch im Gehen kotzte ich nochmal, noch eruptiver, noch weiter und noch mehr – in den weißen unschuldigen Sand.
Noch während ich mich aufrichtete, dankte ich meinem Körper, dass er diese wichtige, reinigende Funktion in einer Krisensituation so schnell parat hatte. Ich hatte noch nicht zu Ende gedacht, da lief ich weitere fünf Meter in Richtung Wasser und kotzte ein weiteres Mal barbarisch, urzeitlich, mit einem schauderhaften Röcheln in das klare Wasser. Futter bei die Fische…weiter auf Seite 2
Jetzt schien alles raus zu sein. Aber mir war nicht danach, zu Hütte zurückzugehen. Vielmehr trieb es mich ostwärts um eine vorspringende Felsengruppe zu einer kleiner Bucht, die man jetzt bei Ebbe trockenen Fußes erreichen konnte. Und ich wusste auch gleich, warum. Jetzt rebellierte das andere Ende meines Verdauungssystems. Noch während ich in die Hocke ging, zog ich mir die Boardshorts herunter und ließ den Dingen ihren Lauf. Und wieder dankte ich meinem Körper für die prompte Giftentsorgung und nahm ein Bad in der kleinen Lagune. Und die Fische – bei diesem Licht konnte man sie erkennen – starrten mich neugierig an.
!http://www.textundtext.de/bilder/tt_samoa_strand_hoch.jpg()!
Auf dem Rückweg bedeckte ich alle Spuren mit Sand – gleich würde auch sowieso die Flut kommen – und legte mich wieder unter das Moskitonetz.
Später hörte ich auf, meinem Körper zu danken, denn der ganze Ablauf, Aufstehen, Springen, drei mal Kotzen, kleine Bucht usw. wiederholte sich in dieser Nacht noch zweimal.
Gates, hörst du mich?
Und so liege ich nun, am nächsten Tag, in meinem Fale und bin zu schwach, einen Bleistift zu halten.
Gegessen habe ich – bis auf zwei kleine Bananen – noch gar nichts, und wenn ich an Gebratenes denke – gestern gab es fett gebratenes Hühnchen—fange ich an zu würgen. Um sich von diesen Gedanken abzulenken, schleicht mein Geist durch kreative Gefilde und ich fange im Geiste, und trotzdem mit zittriger Hand, an zu schreiben:
„Dear Mr. Gates,
I come straight to the point, because I know, your time is limited and so I will introduce myself later. And I keep it short.
Would it not be phantastic, to have some sort of device, which enables us, while we are thinking, to straight write down that thoughts? The really next generation of „Word”—lets call it „Thinkword”. The writing-programm of the next Millenium…
You know the situation: You are sitting at a pool or relaxing reading a book. You don´t have any writing device with you—nor a secretary (some people don´t ;). Would it not be phantastic, to have a programm, connected to your brain, that could grab the words out of your head and make a fluent text out of it.
Yes, thoughts can be very diffus – but I am talking about the thoughts, which are „expressis verbis”, shortly before articulation. There must be some pattern in the brain, which make a „A”, a „M”, a „L” and so on. Les grab that patterns, clear them, overwork them and print the text out.
Some advantages: – Most people are thanksfully able, to think quicker than they type. The downside is, when they have an excellent idea, and try to write it down, they can not follow the thoughts. And must stop and stop again – going back to what the hand is writing. And forget about what they already thought. And what was a brillant idea, gets, finally written down, a mediocre one.
In the future there could be even a kind of chip, which is implanted in the brain, and figures as a notepad. You write your thoughts on the chip, load it down, put it on your computer – and you have the work almost done. That chip could even be connected wireless to the internet and you can send your text to your PC or to everywhere in the world. Thats a fine thing! (But check your thoughts before you send them!)———————Da Englisch nicht meine Muttersprache ist, liest sich das Ganze wohl etwas holprig. Es folgten dann noch einige Bemerkungen, warum ich diese geniale Idee ausgerechnet ihm, Bill Gates, dem Teufel der Betriebssysteme und des Internets zur Verfügung stellte, sowie einige nicht wichtige Anmerkungen zu meiner Person.
Gerade bringt mir die dicke Matrone wieder was zu Essen – ich schicke sie weg und bestelle stattdessen Tee. Sie schaut sehr beleidigt, aber ich deute auf meinen Bauch und sage: „Problem with my stomach. I can not eat.” Sie ist bekümmert: „Why? Why?? Good food here!”
Um 5 Uhr abends ist high-Tide, ich fühle mich besser und gehe Schwimmen. Ich tauche auf und erwache wie aus einem Koma. Vier Tage später bin ich auf Bali an meinem Notebook, aber ich kann mich an nichts mehr erinnern. Deshalb wurde die Email an Gates nie geschrieben und nie abgeschickt. Erst ein Jahr später fand ich ein kleines Notizbuch zwischen meinen Sachen und in krakeliger Schrift diesen Text. Hätte ich doch Thinkword gehabt, in meinem Fale auf Samoa.
2002, Upolu
„Thinkword” ist eine geschützte Marke von Armin Fischer/textundtext.de
!http://www.textundtext.de/bilder/tt_samoa_strand1.jpg()!