Fliegen ohne Flugzeug: FusionMan Yves Rossy überquert als Vogelmensch den Ärmelkanal

Yves Rossy, Vogelmensch, Fusionman
(armin fischer /t&t) Der 26. September 2008 könnte ein historisches Datum werden: Zum ersten Mal gelang es einem düsengetriebenen Menschen, fliegend den Ärmelkanal zu überqueren. Nichts Besonderes? Naja, Yves Rossy sitzt nicht in einem Düsenjet, sondern der Schweizer Erfinder und Pilot ist tatsächlich ein Mensch mit Düsentriebwerken und Flügeln, sonst nichts. Die Steuerung, die Trimmung, die Kurvenlage—alles, was sonst für ein Fluggerät noch wichtig ist, erledigt er mit seinem Körper, wie ein Vogel: Leicht den Kopf heben—es geht nach oben, Kopf nach unten—Sturzflug. Eine Bewegung mit dem Arm—Kurve, sanft oder radikal.


Damit hat der “FusionMan”—wie er sich nennt—das Fliegen auf eine neue Ebene gehoben, indem er es radikal vereinfacht hat. Seine einzigen Instrumente “an Bord” sind ein Gashebel und ein Höhenmesser.
Berufspilot Rossy “startete”, indem er 2500 Meter über der französischen Hafenstadt Calais aus einem Flugzeug hechtete, seine Flügel ausklappte, die Kerosin-Düsen anwarf und Gas gab. Wie “Ironman” im aktuellen Hollywood-Streifen düste er über den Ärmelkanal und drehte nach 12 Minuten über dem englischen Dover, wo er von vielen Journalisten erwartet wurde, eine Ehrenrunde. Dann schaltete er die Düsen ab, zog die Fallschirm-Leine und schwebte mitsamt Flügelmontur zu Boden.
Yves Rossys Flugausrüstung wiegt nur 55 Kilogramm, die Flügel-Spannweite beträgt 2,5 Meter, und der FusionMan erreicht damit eine Geschwindkeit von bis zu 300 km/h. Der 49jährige Pilot schreibt mit seinem Flug Luftfahrtgeschichte: 99 Jahre nach dem ersten Überflug des Ärmelkanals durch den Flugpionier Louis Blériot hat er die gleiche Strecke als “Vogelmensch” überflogen.—Allerdings hatte er einen unmotorisierten Vörganger: Schon im Jahr 2003 hatte der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner den Ärmelkanal mit Flügeln überquert – ohne Antrieb. Baumgartner sprang damals in 9000 Meter Höhe über Dover ab und segelte im Gleitflug mit seinem Dreieckflügel aus Karbonfasern über den Kanal bis nach Frankreich. Auch er landete mit einem Fallschirm.
Rossy, der sich als FusionMan erstmals 2004 in die Lüfte erhob, möchte sein Fluggefährt nun weiter entwickeln, bis hin zur Alltagstauglichkeit. Den Trip nach London können Sie also vielleicht in nicht allzulanger Zeit schon auf Ihrer Terrasse starten.
Mehr zum FusionMan hier: www.jet-man.com
armin fischer/t&t

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Ein Kommentar

  1. Erstellt am 25. November 2009 um 23:24 | Permanent-Link

    Finde die Idee sehr kreativ und mutig, leider hat es nicht funktioniert, aber sicherlich beim nächsten Mal. Der Erfinder hat ein Platz verdient unter dem Blog der Schweizer Erfindungen – Land der Erfinder. Es ist eine schöne Geschichte, wenn Menschen Ihre Träume erfühlen.

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