(armin fischer/t&t)
Amok – ein ursprünglich aus dem Malaiischen stammender Begriff (amuk), bedeutet soviel wie “im Kampf sein Letztes geben” und steht für exzessive Gewalttaten, bei denen in der Regel scheinbar wahllos Menschen umgebracht oder verletzt werden. Der oder die Täter nimmt dabei den eigenen Tod billigend in Kauf oder tötet sich hinterher selbst. (aus der Website des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen)
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Lesen Sie dazu auch: Tim Kretschmer und der Umgang der Medien mit dem Amoklauf
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Aktuelle Infos zum Amoklauf Albertville-Schule in Winnenden: Nach aktuellem Stand (9.45 Uhr, Updates 13.33 Uhr, 22.30 Uhr) 15 Opfer, neun Schüler, drei Lehrerinnen, drei Passanten. Bei dem Amokläufer handelte es sich um den 17jährigen Ex-Schüler der Albertville-Realschule Tim Kretschmer aus dem nahegelegenen Ort Weiler zum Stein. Seine Eltern verfügen über ein privates, legales Waffenarsenal von 15 Schusswaffen. Die Tatwaffe, vermutlich eine Beretta 9mm, soll eine dieser Waffen sein. Der Täter raubte auf der Flucht den dunkelgrünen VW Sharan von Igor Wolf (41), ließ den Fahrer nach einer Irrfahrt unverletzt entkommen, flüchtete danach in ein Autohaus im 40 Kilometer entfernten Wendlingen, erschoss darin den Verkäufer Dennis P. (36) und seinen Kunden Sigurt W. (46) und lieferte sich anschließend auf dem Parkplatz des Autohauses mit Polizisten ein Schussgefecht. Bei dem Schusswechsel wurde er von der Polizei erschossen oder erschoss sich selbst, nachdem er von einer Polizeikugel getroffen worden war. Insgesamt gab der Täter mehr als 100 (laut Spurensicherung 112) Schüsse ab.
(Update 13/03)
Aktueller Beitrag (14/03): Tim Kretschmer und die Medien, textundtext.de
Ankündigung des Täters:, Westline aktuell
“Ihr werdet morgen von mir hören!
...Scheisse Bernd, es reicht mir, ich habe dieses Lotterleben satt…”
http://www.westline.de/westline_aktuell/ihr-werdet-morgen-von-mir-hoeren.php
Zweifel an der Echtheit der Internet-Ankündigung, MorgenWeb
http://www.morgenweb.de/nachrichten/aus_aller_welt/Winnenden/ticker/091.html
Ankündigung gefälscht, Spiegel Online
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,613044,00.html
Über die Familie des Täters, abendzeitung München
Seine Kindheit: Der Teenager und seine Schwester (15) wuchsen in Leutenbach, einem Nachbarort von Winnenden, auf. Seine Familie wird als wohlhabend beschrieben, ihr Haus im Ortsteil Weiler zum Stein kann man getrost als Villa bezeichnen. „Die Familie war in die Gemeinde integriert”, sagt der Bürgermeister Jürgen Kiesl. Tims Vater ist Geschäftsführer einer Firma für Lohnverpackungen, Montage- und Nacharbeiten in Affalterbach. Er fährt einen Porsche.—Seine Schul-Karriere: In der Schule war Tim Kretschmer unauffällig, sagen seine Lehrer. Er setzte sich immer in die hinteren Reihen, wollte nicht auffallen. Alles:
http://www.abendzeitung.de/panorama/92269
Über die Famile, Welt online
Auch die Eltern des Täters sind in Winnenden gut bekannt: Jörg und Ute K. leben in Weiler am Stein, einem sechs Kilometer entfernten Dorf. Ihr Einfamilienhaus am Ende einer Sackgasse wirkt durch seinen Wintergarten, auf dem schwarze Vögel geklebt sind, eher großzügig als durchschnittlich. Im Garten stehen gut gepflegte Zierbäume.
Um 10.30 Uhr hatte die Polizei das Haus gestürmt, weil sie Tim K. hier vermutete. Sie nahmen die Eltern mit, die seither psychologisch betreut werden. Der Vater betreibt eine kleine Verpackungsfirma mit rund 100 Beschäftigten in der Nähe. Ein Unternehmer, der Porsche fährt, was hier im reichen Südwesten Deutschlands aber nicht weiter auffällt. “Eine alteingesessene, anständige Familie” sagt ein Nachbar, der die Nachrichten gar nicht glauben kann. Alles:
http://www.welt.de/welt_print/article3361543/Die-Tragoedie-von-Winnenden.html
Aktueller Wikipedia-Eintrag zu Tim Kretschmer
Tim Kretschmer (1991/1992 – March 11, 2009) was a seventeen-year-old graduate of the Albertville-Realschule in Winnenden, Germany, who committed the mass murder of fifteen people [2] and wounded nine others, including two policemen [3] in the shooting rampage that has come to be known as the Winnenden school shooting. Kretschmer committed suicide after being cornered and wounded by police officers… Alles:
http://en.wikipedia.org/wiki/Tim_Kretschmer
Winnenden
(W%C3%BCrttemberg)” target=”_blank”>http://de.wikipedia.org/wiki/Leutenbach
Albertville-Schule (Website zur Zeit nicht erreichbar)
http://www.ars-winnenden.de/
Chronologie des Tathergangs, Spiegel Online
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,612732,00.html
Augenzeugenbericht, WAZ, der Westen
...dann wird die Tür ihres Klassenzimmers aufgerissen, ein Typ im schwarzen Kampfanzug richtet eine Pistole auf sie und schießt. Vier, fünf Mal. Geht raus, kehrt zurück und schießt noch einmal. Adrian, dem 16-Jährigen aus der 10d, gelingt es trotz seiner Panik über die Feuerleiter aus dem dritten Stock zu flüchten. Ibrahim, sein bester Freund, er ist da schon tot. Alles:
http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/rhein-ruhr/2009/3/11/news-114151211/detail.html
Was ist Amok?
http://de.wikipedia.org/wiki/Amok
Die schlimmsten Amokläufe, Spiegel-Online
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,477562,00.html
Analyse Amok, Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
http://www.bdp-verband.org/psychologie/glossar/amok.shtml
siehe auch unten.
Die Psychologie des Amokläufers, FAZ.net
www.faz.net/psychologie-des-amokläufers
Polizeitaktik – Polizisten müssen bei Amoklauf stürmen, Spiegel-Online
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,612636,00.html
Waffen in Deutschland
Etwa 10 Millionen legale, registrierte Schusswaffen. Die Zahl illegaler Waffen dürfte drei- bis fünfmal so hoch sein.
Background-Infos Amok
von U.W.
Amok, ein ursprünglich aus dem Malaiischen stammender Begriff (amuk), der dort soviel wie “im Kampf sein Letztes geben” bedeutet und exzessive Gewalttaten bezeichnet, bei denen in der Regel scheinbar wahllos Menschen umgebracht oder verletzt werden und der oder die Täter dabei den eigenen Tod billigend in Kauf nehmen oder sich hinterher selbst töten.
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Im 16. Jahrhundert wurden die weltreisenden Europäer erstmals mit der sie sehr erschreckenden Kampftaktik malaiischer Krieger konfrontiert, die sich in eigener Todesverachtung und mit dem Kampfschrei “amuk” auf die Eindringlinge stürzten, so dass diese aufgrund des so gezeigten Todesmutes oft in die Flucht geschlagen werden konnten. Von Captain James Cook wurden Ende des 18. Jahrhunderts in Malaysia ähnliche Formen solchen Gewaltverhaltens dann als Einzeltaten i.S. des Protestes gegen herrschende Despoten beschrieben, die dann durchaus noch als Heldentaten angesehen wurden. Insgesamt gab es eine gewisse, nahezu religiöse Verehrung solcher “Todeskrieger” in den unterschiedlichsten Kulturen. Da die Tatmotive sich mit der Zeit aber immer mehr individualisierten, verschob sich das Bild des Amokläufers in den verschiedenen Kulturen vom Helden immer mehr zum offenkundlich seelisch Kranken.
Auch im DSM-IV (Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen) wird Amok als kulturgebundenes psychiatrisches Krankheitssyndrom aufgeführt, so dass der Eindruck entsteht, es gäbe ein einheitliches, eindeutig abgrenzbares Krankheitsbild. Die allgemein feststellbaren psychopathologischen Gemeinsamkeiten untersuchter Amoktaten ergeben in der Regel folgendes Ablaufbild: Im Prodromalstadium erfolgt ein deutlicher sozialer Rückzug der Täter, wobei auch der Kontakt zur Realiät verloren geht, dann kommt es zu den eruptiven, exzessiven Gewalthandlungen und im Nachhinein zu depressiven und amnestischen Zuständen bezüglich des Tatausbruchs und der einzelnen Tathandlungen…
Vollständiger Text: hier
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6 Kommentare
Tim Kretschmer, und der Umgang der Medien mit dem Amoklauf
Die Medien haben in den beiden Tagen nach dem Amoklauf professionell und schnell reagiert, es gab/gibt logischerweise aber auch Ausrutscher: Jemandem, der kaltblütig 15 Menschen ermordet hat, den Stempel “psychisch krank” (_Bild und unisono fast alle …
Amoklauf in Winnenden, Albertville-Schule, Infos dazu, Update
Aktuelle Infos zum Amoklauf Albertville-Schule in Winnenden: Nach aktuellen Stand (11.40 Uhr) neun Tote, daruntrer sieben Schüler. Bei dem Amokläufer soll es sich um einen 17 jährigen Ex-Schüler der Albertville-Realschule handeln. Seine Eltern soll…
Zum Thema Amoklauf möchte ich nur sagen, daß mir seine Schwester sehr leid tut, die kann am allerwenigsten dafür. Ich appeliere an ihre Freunde und Freundinnen sie nicht im Stich zu lassen. Ich selbst habe zwei Töchter, man weiß nie genau, was in ihnen wirklich vorgeht, auch wenn man glaubt sie noch so gut zu kennen. Der Vater von Tim glaube ich hat seinem Sohn auch vertraut und jetzt steht er im Regen. Aber das hilft nichts, er muß sich seiner Sorglosigkeit die er an den Tag legte stellen. Auch wenn das noch so weh tut. Er hätte auf jeden Fall sorgen müssen, daß sein Sohn nicht unbefugt an eine Waffe kommt. Ich glaube gegen einen weiteren Amoklauf in dieser oder ähnlicher Größenordnung, hilft auch kein verschärftes Waffengesetz. Einzig und allein was Eltern und Vorgestzte daraus ziehen können ist, ihre Waffen und Munitionen sorgfältiger und sicherer wegzuschließen. Was ich unserer Bundes- und Landesregierung vorschlagen kann ist, legale und ilegale Gewaltvideos aller Art im Internet und in den Videotheken zu verbieten. Wenn jemand sowas vertreibt soll er trastische Geldstrafen aufgebrummt bekommen. Beim Wiederholungsfall mit Gefängnisstrafe geahndet werden. Deshalb wünsche ich mir zu allererst hier eine Gesetzesgrundlage bzw. -änderung, danke!
Dann glaube ich, wäre viel im Vorfeld abwendbar. Man muß sich mal vorstellen die Jugendlichen dröhnen sich stundenlang am Tag mit diesen wirren Zeug die Köpfe zu. Die wissen ja nicht mehr was Realität ist. Lieber sollen sie sich in Sportvereinen tätigen, das wäre auf jeden Fall sinnvoller und gesünder. Aber in diesem Punkt stehen die Eltern in der Pflicht.
Gruß Johann
Hervorragende Berichterstattung. Weiter so!!
Dass ist für all diejenigen die bei diesem Amoklauf am 11. März an der Albertville-Realschule jemanden verloren haben, Ich bin in Tiefer Trauer mit euch ich verstehe
eure Wut, Hass, und Verzweiflung, ich bin mit meinem Herzen bei euch .
Hallo, hier sagt Ihnen der Hausmeister der Wilhelm-Keil-Schule Hauptschule in Aldingen, Remseck am Neckar sein tiefes Mitgefühl. Ich und wir hier sind tief betroffen von den Geschenissen. Die frage, ob sich so was nicht vermeiden lässt, wird wohl so schnell, wenn überhaupt, nicht zu klären sein. Jedenfalls wünsch ich allen Beteiligten alles gute.
Gruß Ruhnke