(armin fischer/t&t)
Woran erkennt man ein gutes Buch?, fragte ich neulich Judith Schalansky, die Autorin des schönen ‚Atlas der abgelegenen Inseln‚. An der Angemessenheit der Form, sagte sie, und an der Sorgfalt im Detail, gerade was die Typografie angeht. An den kleinen Dingen, an der Mikrotypografie.
   
Was für Bücher gilt, gilt für Websites nicht minder. Auch hier erkennt man eine gute Seite einerseits am Gesamtbild, an der Übersichtlichkeit und der Stimmigkeit, andererseits an den Feinheiten. Die verwendete Schrift, Schriftgröße, Zeilenabstand, und schließlich die ganz kleinen Dinge: die Art der Anführungszeichen, die Sorgfalt in der Verwendung von Bindestrichen (Trennstrich, n-dash, m-dash), die richtigen Apostrophe, undsoweiter.
   
Es gibt wenige Webdesigner, die sich darüber Gedanken machen. Einer aber, den ich zu den besten zähle, mit denen ich schon einmal zu tun hatte, tut es: Gerrit van Aaken. Immer wieder schreibt er auf seiner Homepage wertvolle Essays, die anpruchsvollen Webworkern enorm nützliche Tipps geben. So auch dieses: Ein (Sonder-) Zeichen setzen:
   
»Ein tiefer Griff in die typografische Regelkiste fördert zutage, was im Web fast alle falsch machen: Die Sonderzeichen. Was es mit Anführungszeichen, Gedankenstrichen und Apostrophen auf sich hat, kann der geneigte Leser hier studieren und später anwenden.«

Wohlwissend, dass auch auf meiner Website textundtext.de nach der Umstellung auf WordPress (vorher Movable Type) typographisch (und auch sonst) so allerhand durcheinander geraten ist, nehme ich die Anmerkungen dankbar zur Kenntnis, insbesondere die Ausführungen über die Anführungen:
    

» Anführungszeichen

Gerrit van Aaken: In deutschsprachigen Texten gibt es genau drei korrekte Arten, Anführungszeichen zu setzen, nicht mehr und nicht weniger:
   
Zunächst die klassische „deutsche“ Variante, immer erst unten, dann oben. Die Form der Zeichen lehnt sich an die Zahlen 99 und 66 an. Alles andere ist falsch. Auch das beliebte Zollzeichen, mit SHIFT 2 schnell erzeugt, darf für Anführungen nicht verwendet werden!
Leider sieht die korrekte Form der deutschen Anführungszeichen in einigen Schriften (…) etwas kurios aus. Das liegt mutmaßlich an der mangelnden Sorgfalt von englischsprachigen Schriftgestaltern, die die deutsche Form der Anführungen keinem Ästhetik-Test zu unterziehen scheinen.
   
Ein Ausweg aus dem Dilemma ist die Verwendung der «französischen Guillemets». In deutschen Texten üblicher sind aber die »umgekehrten« Guillemets. Beide haben den Vorteil, dass sie sich harmonischer in den Zeilenverlauf einfügen; Sie sind daher oft die bessere Wahl.
   
Bitte niemals mischen! Innerhalb einer Publikation sollten einheitliche Anführungszeichen verwendet werden. Und falls man, z. B. innerhalb einer wörtlichen Rede, weitere Anführungen benötigt, so müssen diese in der ›abgespeckten‹ Form gesetzt werden:

»Ich glaube ihm nicht«, sagte Markus. »Dieser hinterhältige Lügner meinte doch glatt: ›Ich bin dein Freund!‹« Betroffen wandte er sich ab.

Danke für diese Tabelle! Die habe ich schon immer gebraucht.

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z.B.: Die Eilige Schrift Zwölf unangenehme Thesen zur Katholischen Kirche im Jahre 2012. – Die Katholische Kirche befindet sich auf einem Parforceritt zurück ins Mittelalter … und viele spielen eine beklagenswerte Rolle, wenn es um die Volksverdummung im Interesse der Kirche geht. Kritische Stimmen sind kaum zu hören, man ist viel lieber happy im Papst-Wahn.

z.B.: Die Wissenschaft des Reichwerdens.

Im Jahr 2006 schoss ein Buch fulminant in den Bestsellerlisten nach oben: »The Secret«, das Geheimnis, von Rhonda Byrne, einer australischen Autorin und TV-Produzentin. Als eine ihrer maßgeblichen Quellen nannte Byrne in einem Interview Wallace Delois Wattles mit seiner »Wissenschaft des Reichwerdens«. Dieses Buch ist bis heute der am klarsten formulierte Ratgeber dafür, wie man Erfolg im Leben hat.

z.B.: Sun Tsu: Die Kunst des Krieges

Psychologische Führung aller Beteiligten, Flexibilität und Taktik gegenüber dem Gegner, äusserste Disziplin in den eigenen Reihen – das sind Prinzipien, die heute wie damals in allen großen Organisationen, ja sogar im persönlichen Leben und in der Mann-Frau-Beziehung von entscheidender Bedeutung sind.