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	<description>   Information • Wissen • Meinung • Textkompetenz &#124; Eine Seite des Münchner Autors und Journalisten Armin Fischer</description>
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		<title>Wulffokratie [Begriffsdefinition]</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 10:37:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>editor</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wulffokratie bezeichnet ein pseudodemokratisches politisches System, in dem für Amtsträger und politische Eliten andere Rechtsmaßstäbe gelten, als beim Normalbürger. Wulffokratie ist geprägt von einem Milieu der Vetternwirtschaft, Bestechlichkeit und Heuchelei in der Grauzone zwischen legitimem politischem Handeln und illegaler persönlicher Vorteilsnahme. W. bezeichnet außerdem den äussersten Verfall moralischer Werte in der Politik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><em>Wulffokratie</em> bezeichnet ein pseudodemokratisches politisches System, in dem für Amtsträger und politische Eliten andere Rechtsmaßstäbe gelten, als für Normalbürger. Wulffokratie ist geprägt von einem Milieu der Vetternwirtschaft, Bestechlichkeit und Heuchelei in der Grauzone zwischen legitimem politischem Handeln und illegaler persönlicher Vorteilsnahme. W. bezeichnet außerdem den äussersten Verfall moralischer Werte in der Politik.</p>
	<p>vgl. auch: <a href="http://szenesprachenwiki.de/definition/7400/" target="_blank">wulffen</a></p>

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		<title>Megaupload Mega Song</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 15:06:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>editor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet und so]]></category>
		<category><![CDATA[Kim Dotcom]]></category>
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		<description><![CDATA[Megaupload Mega Song]]></description>
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		<title>Highway No. 1 Revisited</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 09:04:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen & Meer]]></category>
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		<category><![CDATA[State Route One]]></category>

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		<description><![CDATA[Henry war ein durchgeknallter Kerl, der erste echte Freak, der mir begegnete, obwohl ich schon eine ganze Weile unterwegs war. Er fuhr die California State Route 1, die legendäre Küstenstraße in Kalifornien rauf und runter, im Kofferraum hatte er alte, verrostete Gartengeräte. Bei Villen, die nach Geld rochen, hielt er an, läutete, und fragte, ob er im Garten arbeiten könne.

Das war nicht das freakige an ihm, denn gegen diesen Job ist nichts einzuwenden. Es war die Art, wie er sprach, wie er angezogen war, und, zum Beispiel, wie er tankte: Er zog eine Kreditkarte hervor, sagte augenzwinkernd zu mir: »Das ist eigentlich nicht meine. Ich hab sie ›gefunden‹. Aber sie wird´s tun!« Es klappte tatsächlich. In einer Zeit, als noch nicht jeder Bezahlvorgang online verfolgt wurde und man einer Kreditkarte noch vertraute, konnte man damit weit kommen.

Der Wagen war ein alter Chevi, der mausgrau und unauffällig gewesen wäre, hätten da nicht auf der Motorhaube und den Türen die psychedelischen Airbrush-Malereien geleuchtet, die an ein Plattencover der texanischen Band ›13th Floor Elevators‹ aus den 60er Jahren erinnerten. Die Kunstwerke waren in die Jahre gekommen und platzten an allen Ecken und Kanten ab.

Henry trug ein Hemd, bei dem einem von Hinschauen schwindlig wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><div class="mceTemp"><dl id="attachment_1790" class="wp-caption alignright" style="width: 260px;"><br />
<p class="wp-caption-dt" style="text-align: justify;"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B003VY8PZY/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=tundt-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=B003VY8PZY" target="_blank"><img class="size-full wp-image-1790   0   " style="margin: 0px; border: 3px solid black;" title="elevators_cover_250" src="http://www.textundtext.de/wp-content/uploads/elevators_cover_250.jpg" alt="Plattencover der ›13th Floor Elevators‹" width="250" height="248" /></a></p></p>
	<p><dd class="wp-caption-dd">Plattencover der ›13th Floor Elevators‹</dd> </dl></div><br />
<a href="http://www.textundtext.de/kontakt/" target="_self">(armin fischer/t&#038;t)</a><br />
<strong>Henry war ein durchgeknallter Kerl,</strong> der erste echte Freak, der mir begegnete, obwohl ich schon eine ganze Weile unterwegs war. <strong>Er fuhr die <a class="zem_slink" title="California State Route 1" rel="wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/California_State_Route_1">California State Route 1</a></strong>, die legendäre Küstenstraße in Kalifornien rauf und runter, im Kofferraum hatte er alte, verrostete Gartengeräte. Bei Villen, die nach Geld rochen, hielt er an, läutete, und fragte, ob er im Garten arbeiten könne.</p>
	<p>Das war nicht das Freakige an ihm, denn gegen diesen Job ist nichts einzuwenden. Es war die Art, wie er sprach, wie er angezogen war, und, zum Beispiel, wie er tankte: Er zog eine Kreditkarte hervor, sagte augenzwinkernd zu mir: »Das ist eigentlich nicht meine. Ich hab sie ›gefunden‹. Aber sie wird´s tun!« Es klappte tatsächlich. In einer Zeit, als noch nicht jeder Bezahlvorgang online verfolgt wurde und man einer Kreditkarte noch vertraute, konnte man damit weit kommen.</p>
	<p>Der Wagen war ein alter Chevi, der mausgrau und unauffällig gewesen wäre, hätten da nicht auf der Motorhaube und den Türen die psychedelischen Airbrush-Malereien geleuchtet, die an ein Plattencover der texanischen Band <em>›13th Floor Elevators‹</em> aus den 60er Jahren erinnerten. Die Kunstwerke waren in die Jahre gekommen und platzten an allen Ecken und Kanten ab.<br />
Henry trug ein Hemd, bei dem einem vom Hinschauen schwindlig wurde, auch so ein psychedelisches verschlungenes Muster – so als ob das Hemd selbst sich gerade auf einem heftigen LSD-Trip befinden würde. Der Kragen aber war vornehm und viktorianisch, ein Stehkragen, wie er bei den Londoner Hippies der 60er Jahre beliebt war, besetzt mit goldenen Sternen. An den Kragen stießen die lockigen, ungewaschenen Haare, die genauso blond strahlten, wie der kleine, zurechtgestutzte Schnauzbart. Der ganze Rest von dem Kerl war ziemlich abgerissen. Die Jeans war so steif und abgewixt, dass man Angst hatte, sie würde zerbrechen, wenn er sich hinsetzte, und die überdimensionale Ray-Ban war am linken Scharnier mit einem gelben Tape zusammengeklebt.<br />
<span id="more-1788"></span><br />
So fuhren wir also die State Route 1 runter, Richtung L.A.. Mitte der 80er Jahre war das, und ich ein Teenager, gerade mal volljährig, auf meinem ersten Trip in die Staaten.<br />
<a href="http://www.textundtext.de/wp-content/uploads/state-route-250.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1825" title="state-route-250" src="http://www.textundtext.de/wp-content/uploads/state-route-250.jpg" alt="" width="250" height="334" /></a>Irgendwann hielt Henry spontan an der Steilküste an, ganz aufgeregt. »Sieh mal, die Kolonie von Seelöwen da unten, die muss ich mir unbedingt ansehen«. Die Felsen zur Rechten brachen jäh nach unten weg, zweihundertfünfzig Meter fast senkrecht in die Tiefe. »Bleib du im Wagen!« Er schnappte sich seine alte »deutsche« Kamera, wie er sie nannte, und begann, den steilen, felsigen Abhang hinabzuklettern. Für eine Weile geriet er ausser Sicht. Ich ging um den Wagen herum, schaute aufs Meer, und setzte mich dann ans Steuer. Der Schlüssel steckte. Einmal umdrehen, und die alte Schrottkiste würde sanft und langsam mit mir die Küstenstraße weitergleiten. Die geklaute Kreditkarte steckte im Handschuhfach. Dass ich noch keinen Führerschein hatte, störte mich weniger, mit der Automatik konnte ich allemal fahren. Fehlender Mumm oder Skrupel hielten mich zurück – oder beides. Und ich wartete brav, bis Henry, schnaufend, schwitzend und glücklich, wieder oben angekommen war. – Die restliche Fahrt verlief nicht ganz so entspannt, wie der Beginn, wahrscheinlich hatte ich Schuldgefühle, weil ich überhaupt so einen gemeinen Gedanken ins Kalkül gezogen hatte.<img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/738c04e2776049738a9dbd6e02a84ddb" alt="" width="1" height="1" /></p>
	<p>Später fand Henry einen neuen Gärtner-Job in einer Villen-Gegend abseits des Highways, und ich wurde an einer Kreuzung von Frank mit seinem alten Geländewagen aufgegabelt. Es war Abend, und er bot mir an, in seinem Holzhaus am See zu übernachten. Es versprach, ein netter Männerabend zu werden. Frank war auch ein Alt-Hippie, genau wie Henry. Er knackte gerade zwei Budweiser, und schickte sich an, ein wenig Weed auszugraben. Als die Tür aufflog, und Mona hereinkam. Sie trug ein blaues Business-Kostüm, eine schmale Perlenkette, hatte eine Figur wie Beyoncé und einen Mund wie Angelina Jolie. Recht bedacht, war sie die schönste Frau, die ich bis dahin in meinem Leben gesehen hatte. Sie war die Ehefrau des Hippies. Nun begann die Nacht erst richtig, aber das ist eine andere Geschichte &#8230;</p>
	<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899102576/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;tag=tundt-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3899102576" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-1830" title="Cover_hippies" src="http://www.textundtext.de/wp-content/uploads/Cover_hippies.jpg" alt="" width="250" height="297" /></a><strong>Das alles fiel mir wieder ein</strong>, als ich jetzt den unglaublichen Bildband »Hippies« der Rolf Heyne Collection durchblätterte. Dieser Band geht noch einmal 20 Jahre weiter zurück, in die Jahre 1965 bis 1971, zu den Ursprüngen der Hippie-Bewegung, während das, was mir in den 80ern begegnete, die letzten Überreste waren.<br />
Doch »Bildband« ist eigentlich nicht richtig. Der unglaublich detailversessene und fundierte Text von Barry Miles lässt erkennen, dass es aus heutiger Sicht eine Wissenschaft ist, die unterschiedlichen Strömungen, Nuancen, Philosophien und meinungsbildenden Gruppen, die in dieser bis heute stilprägenden Epoche diffundierten und wieder verschmolzen, zu sondieren, zu verorten und zu bewerten. Der Text erreicht also teilweise das Niveau einer wissenschaftlichen Analyse, während die psychedelischen Bilder schwerelos dazwischen hinschweben.<br />
Der Autor, <strong>Barry Miles</strong>, ist einer der profundesten Kenner der Szene. Er war, so fasst es der Klappentext zusammen, »als Mitgründer des legendären Londoner Buchladens ›Indica‹ und der ›International Times‹ eine zentrale Figur der Hippie-Bewegung und wirkte als britischer Verbindungsmann für US-Hippie-Größen wie Frank Zappa, Allen Ginsberg und The Fugs &#8230; Bei der bahnbrechenden ›All You Need Is Love-Livesendung der Beatles 1967 war er ebenso dabei wie beim Foto-Shooting für das Cover von ›Sgt. Peppers´s Lonely Hearts Club Band‹ ...«</p>
	<p>Die englische Originalausgabe erschien 2003 bei Cassell Illustrated und die <a href="http://www.collection-rolf-heyne.de/" target="_blank"><strong>Collection Rolf Heyne</strong></a>, bei der Qualität und Inhalt immer vor Kommerz geht, hat den Band dankenswerterweise hierzulande auf den Markt gebracht. Einen Teil der Übersetzungen übernahm übrigens der Münchner »Hippie-im-Geiste« und Literat <a href="http://www.michaelsailer.de/" target="_blank">Michael Sailer</a>. <strong>Ein exzellentes Buch, zum Anschauen und Lesen.</strong></p>
	<p><em>Hippies<br />
Barry Miles<br />
Collection Rolf Heyne (2. Auflage 2008)<br />
ISBN: 978-3899102574</em></p>
	<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=000000&#038;IS2=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=CD0547&#038;t=tundt-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as4&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;ref=ss_til&#038;asins=3899102576" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe><br />
<div class="zemanta-pixie" style="margin-top: 10px; height: 15px;"><a class="zemanta-pixie-a" title="Enhanced by Zemanta" href="http://www.zemanta.com/"><img class="zemanta-pixie-img" style="border: medium none; float: right;" src="http://img.zemanta.com/zemified_e.png?x-id=a8d863ea-8b5e-45f1-9e15-a3370cbeefb1" alt="Enhanced by Zemanta" /></a></div><br />
<em>Bildnachweise:</em><br />
<em>[1] Plattencover, verlinkt zu amazon.de </em><br />
<em>[2] State Route One-Panorama, CC-Lizenz, Autor Tewy, Wiki-Commons</em><br />
<em>[3] Buchcover, verlinkt zu amazon.de</em></p>

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		</item>
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		<title>Landkarte: Staatsverschuldung der EU-Länder [in Prozent am Bruttoinlandsprodukt]</title>
		<link>http://www.textundtext.de/2011/07/landkarte-staatsverschuldung-der-eu-lander/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 12:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>editor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Staatsverschuldung der EU-Länder [in % des BIP]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><script type='text/javascript' src='http://www.stepmap.de/js/stepmapexport.js'></script><br />
<div style='height:625px;'><div style='position:absolute;'><img src='http://www.stepmap.de/getmapimg.php?id=158258&#38;w=500&#38;m=2' width='500' border='0' alt='FOCUS: Verschuldungsgrad europäischer Länder' usemap='#stepmapexportimg158258_500' /><br />
Zur Verfügung gestellt von <a href='http://www.stepmap.de' target='_blank'>stepmap.de</a><br />
 <map name='stepmapexportimg158258_500'><area shape='rect' coords='391,593,492,617' href='http://www.stepmap.de' alt='StepMap' title='StepMap' target='_blank' /> <script type='text/javascript' src='http://www.stepmap.de/getmapjs2.php?id=158258&#38;w=500'></script> <area shape='rect' coords='0,0,500,500' href='http://www.stepmap.de/karte/focus-verschuldungsgrad-europaeischer-laender-158258' alt='FOCUS: Verschuldungsgrad europäischer Länder' title='FOCUS: Verschuldungsgrad europäischer Länder' target='_blank' /></map></div></div><br />
<br />
</p>

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		</item>
		<item>
		<title>Der Guttenberg-Bericht der Uni Bayreuth zum Download</title>
		<link>http://www.textundtext.de/2011/05/der-guttenberg-bericht-der-uni-bayreuth-zum-download/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2011 14:24:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kommission »Selbstkontrolle in der Wissenschaft« der Universität Bayreuth
hat ihren Abschlussbericht in der Sache Guttenberg vorgelegt.
➙ hier Downloaden]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>... Die Kommission »Selbstkontrolle in der Wissenschaft« der Universität Bayreuth hat ihren Abschlussbericht in der Sache Guttenberg vorgelegt.</p>
	<p><em>Kommentar dazu folgt &#8230;</em></p>
	<p>➙ <a href="http://www.textundtext.de/wp-content/uploads/Guttenberg_Abschlussbericht.pdf">Guttenberg-Abschlussbericht, hier downloaden [PDF]</a><br />
➙ <a href="http://www.textundtext.de/2011/02/das-akribische-muhevolle-plagiat-des-karl-theodor-zu-guttenberg/">oder dies hier lesen</a></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Unsere tägliche Zäsur gib uns heute und vergib uns unsere Schuld &#8230;</title>
		<link>http://www.textundtext.de/2011/03/unsere-tagliche-%c2%bbzasur%c2%ab-gib-uns-heute-und-vergib-uns-unsere-schuld/</link>
		<comments>http://www.textundtext.de/2011/03/unsere-tagliche-%c2%bbzasur%c2%ab-gib-uns-heute-und-vergib-uns-unsere-schuld/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 12:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Übers Schreiben]]></category>
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		<category><![CDATA[tagesschau]]></category>
		<category><![CDATA[tagesthemen]]></category>
		<category><![CDATA[Will]]></category>

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		<description><![CDATA[So viel »Zäsur« wie heute war noch nie: Gestern abend dreimal in der Tagesschau, später bei »Maischberger« gefühlte 56 mal. »Zäsur« ist das Modewort des Horrors, aber auch des Wechsels.

Angela Merkel, die Chefin aller braven Nachplapperer fing damit an. Sie bezeichnete vor der Bundespressekonferenz die Katastrophe in Japan, das Mega-Erdbeben, den Tsunami und den daraus folgenden GAU im Atomkraftwerk als »Zäsur«, wirklich zu recht. Seitdem aber, knapp drei Wochen sind vergangen, hat sich das Wort selbständig gemacht, und penetriert uns, wo es kann. Das zeigt vor allem, wie leicht man Medien mit Begriffen »impfen« kann, seien sie nun angebracht wie in diesem Fall, oder schamlose Euphemismen, was weit häufiger geschieht.

Die Zäsur findet inzwischen überall statt:
• Der SuperGAU: eine Zäsur
• Die Atom-Wende-Wende: eine Zäsur
• Der erste grüne Ministerpräsident: eine Zäsur
• Die deutsche Enthaltung bei der Libyen-Abstimmung der UNO: eine Zäsur
• Euro-»Finanzausgleich«: eine Zäsur
• Rückwirkend sogar Guttenberg, und seine Lügen vor dem Bundestag: eine Zäsur
... und so weiter]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://www.textundtext.de/kontakt/" target="_self">(armin fischer/t&#038;t)</a><br />
<strong>So viel »Zäsur« wie heute war noch nie:</strong> Gestern abend dreimal in der Tagesschau, später bei »Maischberger« gefühlte 56 mal. »Zäsur« ist das Modewort des Horrors, aber auch des Wechsels.</p>
	<p><strong>Angela Merkel, die Chefin aller braven Nachplapperer</strong> fing damit an. Sie bezeichnete vor der Bundespressekonferenz die Katastrophe in Japan, das Mega-Erdbeben, den Tsunami und den daraus folgenden GAU im Atomkraftwerk als »Zäsur«, wirklich zu recht. Seitdem aber, knapp drei Wochen sind vergangen, hat sich das Wort selbständig gemacht, und penetriert uns, wo es kann. Das zeigt vor allem, wie leicht man Medien mit Begriffen »impfen« kann, seien sie nun angebracht wie in diesem Fall, oder schamlose Euphemismen, was weit häufiger geschieht.</p>
	<p><strong>Die Zäsur findet inzwischen überall statt:</strong><br />
• Die Atom-Wende: eine Zäsur<br />
• Der SuperGAU: eine Zäsur<br />
• Die Atom-Wende-Wende: eine Zäsur<br />
• Der erste grüne Ministerpräsident: eine Zäsur<br />
• Die deutsche Enthaltung bei der Libyen-Abstimmung der UNO: eine Zäsur<br />
• Euro-»Finanzausgleich«: eine Zäsur<br />
• Rückwirkend sogar Guttenberg, und seine Lügen vor dem Bundestag: eine Zäsur<br />
... und so weiter<br />
<span id="more-1737"></span><br />
<strong>Die Follower der »Zäsur«:</strong> Jeder, der einen Stift halten und ein paar Worte in die Kamera lispeln kann: Will, Maischberger, Plasberg, Miosga, vermutlich auch Lanz und Kerner (nicht gesehen), das gesamte ZDF-Nachrichtenteam ebenso, die ganzen Nachrichten-Einpeitscher bei n24, ntv und phoenix natürlich auch. Und selbstverständlich jeder Politiker, der sein Gesicht in eine Kamera halten darf, im gesamten Farbspektrum von Claudia Roth bis Horst Seehofer. Nie waren sie so einig, wie bei der »Zäsur«.<img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/8c96f35812184b71b306469b12ec69da" width="1" height="1" alt=""></p>
	<p>Dabei kann ich mir vorstellen, dass einige einfacher gestrickte Zeitgenossen (Medienvertreter nicht ausgenommen) Merkels Wort ganz anders verstanden haben: »Ja, genau, ein wenig Zensur muss schon sein, heutzutage, bei so einer kritischen Lage. Da kann man die Infos nicht alle rausgeben und muss die Medien ein wenig an die Kandare nehmen. Genau, Zensur, wie das die Ungarn jetzt eingeführt haben. Die Japaner machen es ja mit ihrer Informationspolitik sowieso. Jepp, genau!«</p>
	<p>Was, in Gottes Namen, wollen die Verbreiter der Zäsur uns eigentlich mitteilen? Dass sie alle das Latinum haben [zumindeste das Kleine], (haben sie nicht), dass sie verstehen, was sie sagen und schreiben (tun sie nicht), dass sie einfach nachplappern, was alle plappern (am ehesten das).</p>
	<p><strong>Meine Bitte an die Redaktion der tagesschau:</strong> Das Wort »Zäsur« auf den Index, bitte! Warum? Es hat einen hohen Nachplapper-Faktor, oder mit anderen Worten einen hohen Guttenberg-Index [Zur Erklärung: Je höher der Guttenberg-Index, umso weniger eigene Gedanken; Guttenberg Index 100 = Null eigene Gedanken, Vollplagiat].</p>
	<p>Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%A4sur" target="_blank">Zäsur</a>, man kann sie auch mit schlichten Worten benennen: Ein Schnitt, Einschnitt, eine weitreichende (gedankliche) Veränderung. Amen.</p>

 ]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Phoenix-Doku »Das verdrängte Risiko«</title>
		<link>http://www.textundtext.de/2011/03/phoenix-doku-%c2%bbdas-verdrangte-risiko%c2%ab/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 10:35:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>editor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkraft]]></category>
		<category><![CDATA[Phoenix]]></category>

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		<description><![CDATA[Phoenix-Doku »Das verdraengte Risiko«: Selbst nach dem Unglück in Japan bekennen sich Regierungschefs in aller Welt zu ihren Atomkraftwerken und – teils heftig umstrittenen – Neubauprojekten. Ein großes Geschäft, von dem auch die deutsche Nuklearbranche stark profitiert. [...] “Wir sehen die Vorteile der Kernenergie, die CO2-freien Strom erzeugen, und dass wir auf einem wettbewerbsfähigen Kostenniveau sind und einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten können”, erklärt Ralf Güldner auch nach dem Unglück im Interview und warnt vor einem deutschen Alleingang in der Atompolitik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><em>Draufklicken zum Abspielen</em><br />
<a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1287058/Das-verdraengte-Risiko#/beitrag/video/1287058/Das-verdraengte-Risiko"><img class="alignleft size-full wp-image-1718" title="tt_Das_verdrängte_Risiko_500" src="http://www.textundtext.de/wp-content/uploads/tt_Das_verdrängte_Risiko_500.jpg" alt="" width="500" height="274" /></a><a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1287058/Das-verdraengte-Risiko#/beitrag/video/1287058/Das-verdraengte-Risiko">Phoenix-Doku »Das verdrängte Risiko«</a></p>
	<p><a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E02AA44CC26634CBDB7322680CADEA714~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank"><em>Sehr gut: Die neun Gemeinplätze des Atomfreunds, von Frank Schirrmacher</em></a></p>
	<p><a href="http://www.netzpolitik.org/2011/tv-tipps-risiko-atomkraft-ndr-das-verdrangte-risiko-zdf/" target="_blank"><em>mehr Infos</em></a></p>

 ]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Strahlenschutz-Comic-Broschüre der NISA [Nuclear and Industrial Safety Agency, Tokio]</title>
		<link>http://www.textundtext.de/2011/03/strahlenschutz-comic-broschure-der-nisa-nuclear-and-industrial-safety-agency-tokio/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 08:42:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>editor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Atom-Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
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		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Strahlenschutz-Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Strahlung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die japanische Atom-Behörde NISA hat eine comicartige Aufklärungsbroschüre für den atomaren Notfall veröffentlicht. Anhand kleiner Zeichnungen erklärt die NISA darin, wie sich Menschen im Ernstfall verhalten sollen und wie eine Panik vermieden werden kann. &#124; Man kann der Strahlenschutz-Comic-Broschüre der japanischen Atomsicherheitsbehörde (NISA) Verharmlosung vorwerfen, jedoch ist zu befürchten, dass die deutschen Behörden im Ernstfall noch viel weniger brauchbares Informationsmaterial zu bieten hätten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://www.textundtext.de/kontakt/" target="_self">(t&#38;t)</a><br />
<strong>Man kann der Strahlenschutz-Comic-Broschüre</strong> der japanischen Atomsicherheitsbehörde (NISA) <strong>Verharmlosung</strong> vorwerfen, jedoch ist zu befürchten, dass die deutschen Behörden im Ernstfall noch viel weniger brauchbares Informationsmaterial zu bieten hätten.</p>
	<p><strong>Zum Download</strong> der Broschüre (PDF) auf das Bild klicken.<br />
  <br />
<a href="http://www.nisa.meti.go.jp/english/files/en20110316-1.pdf"><img src="http://www.textundtext.de/wp-content/uploads/strahlenschutz-comic-nisa-300x267.jpg" alt="" title="strahlenschutz-comic-nisa" width="300" height="267" class="alignleft size-medium wp-image-1683" /></a><br />
<strong><em>Auch lesen:</em></strong><br />
• <a href="http://www.textundtext.de/2011/03/stromausfall-im-atomkraftwerk-supergau/" target="_self"><em>&#8216;Stromausfall im Atomkraftwerk = SuperGAU  &#8216;</em>, [vom 18. März 2011]</a><br />
• <a href="http://www.textundtext.de/2008/07/volksverdummung-die-sichersten-atomkraftwerke-der-welt/" target="_self"><em>Volksverdummung: &#8216;Die sichersten Atomkraftwerke der Welt&#8217;</em>, [vom 13. Juli 2008]</a></p>

 ]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Stromausfall im Atomkraftwerk = SuperGAU</title>
		<link>http://www.textundtext.de/2011/03/stromausfall-im-atomkraftwerk-supergau/</link>
		<comments>http://www.textundtext.de/2011/03/stromausfall-im-atomkraftwerk-supergau/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 10:32:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Atomare Verseuchung]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkraft]]></category>
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		<category><![CDATA[SuperGau]]></category>
		<category><![CDATA[Zusatzakkus]]></category>

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		<description><![CDATA[Atomkraftwerke produzieren Strom, das ist ihr Job. Trotzdem brauchen sie doppelte und dreifache Notstromaggregate, Ersatzdiesel, Notbatterien und Zusatzakkus. Alleine diese simple, merkwürdige Tatsache sollte einem zu denken geben.

Es gibt also einen Moment in der Historie so einer »Störung« wie die Zwischenfälle, gern verharmlost werden, an dem die Energie, die die Kernbrennstäbe massenweise liefern, nicht mehr abgezapft und genutzt werden kann. Stattdessen entgleitet sie in Form atomarer Strahlung und verseucht AKW-Personal, Anwohner, Umgebung, vielleicht ganze Landstriche. Von aussen muss dann Fremdenergie zugeführt werden, um die noch größere Katastrophe zu verhindern. Kühlung, Wasser, Stromleitungen, die neu gelegt werden – all das, was zur Zeit in Japan geschieht.

Das Höllenfeuer, würden Apokalyptiker sagen, ist ausser Kontrolle geraten, und richtet sich gegen die Menschen, die es entfacht haben. Leider ist diese Aussage näher an der Realität, als uns lieb sein kann.

Techniker wussten schon immer, dass ein Versagen der Notkühlung eines Atomkraftwerks zwangsläufig zum Supergau führen muss. Und die Politik wusste es natürlich auch, ausser wir entschuldigen unsere Politiker mit völliger Dummheit und Ahnungslosigkeit. Aber damit würde man es ihnen zu einfach machen. So dumm sind sie nicht. Nein, sie haben das Risiko einfach in Kauf genommen, und tun es nach wie vor. Und, das ist das einzige, was man zur Entschuldigung der deutschen Politik sagen kann: Nicht nur hierzulande, sondern überall auf der Welt.

Donnerstag, 17. März, 9.26 Uhr: Angela Merkel spricht von einer Situation »Äusserster Gefahrenvorsorge« und begründet damit das sofortige [temporäre] Abschalten von sieben deutschen Atomkraftwerken.

Vor kurzen noch vehemente Atomkraft-Befürworterin, Laufzeitverlängerung durchgedrückt [die sie auch nicht zurücknehmen will], jetzt »Äusserste Gefahrenvorsorge«. Aha. Ist ja interessant. Hat sich in letzter Zeit an den deutschen Kraftwerken irgendwas verändert? Natürlich nicht, sie sind genauso [un]sicher, wie sie im letzten Herbst waren. Das einzige, was sich verändert hat, ist die politische Opportunität.
Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Das Merkel-Regierung hat das Täuschen, Tricksen und Verschleiern zum Arbeitsprinzip gemacht, das zeigte schon der Fall Guttenberg. Die Strategie jetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://www.textundtext.de/kontakt/" target="_self">(armin fischer/t&#038;t)</a><br />
<strong>Atomkraftwerke produzieren Strom, das ist ihr Job.</strong> Trotzdem brauchen sie doppelte und dreifache Notstromaggregate, Ersatzdiesel, Notbatterien und Zusatzakkus. Alleine diese simple, merkwürdige Tatsache sollte einem zu denken geben.</p>
	<p>Es gibt also einen Moment in der Historie so einer »Störung« wie die fatalen Fehlfunktionen gern verharmlost werden, an dem die Energie, die die Kernbrennstäbe massenweise liefern, nicht mehr abgezapft und genutzt werden kann. Stattdessen entgleitet sie in Form atomarer Strahlung und verseucht AKW-Personal, Anwohner, Umgebung, vielleicht ganze Landstriche. Von Aussen muss dann Fremdenergie zugeführt werden, um die noch größere Katastrophe zu verhindern. Kühlung, Wasser, Stromleitungen, die neu gelegt werden – all das, was zur Zeit in Japan geschieht.</p>
	<p><strong>Das Höllenfeuer, würden Apokalyptiker sagen, ist ausser Kontrolle geraten,</strong> und richtet sich gegen die Menschen, die es entfacht haben. Leider ist diese Aussage näher an der Realität, als uns lieb sein kann.<br />
<span id="more-1626"></span><br />
Techniker wussten schon immer, dass ein vollständiges, dauerhaftes [nach allem, was man weiß: länger als 36 Stunden dauerndes] Versagen der Notkühlung eines Atomkraftwerks zwangsläufig zum SuperGAU [unkontrollierbare Situation, die <strong>über</strong> dem größten angenommenen &#8216;Auslegungsstörfall&#8217; liegt] führen muss. Und die Politik wusste es natürlich auch, ausser wir entschuldigen unsere Politiker mit völliger Dummheit und Ahnungslosigkeit. Aber damit würde man es ihnen zu einfach machen. So dumm sind sie nicht. Nein, sie haben das Risiko einfach in Kauf genommen, und tun es nach wie vor. Und, das ist das einzige, was man zur Entschuldigung der deutschen Politik sagen kann: Nicht nur hierzulande, sondern überall auf der Welt.<img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/62e18bc485e942f0bcbecd43f422aab5" alt="" width="1" height="1" /></p>
	<p><strong>Donnerstag, 17. März, 9.26 Uhr:</strong> Angela Merkel spricht im Bundestag von einer Situation  »Äusserster Gefahrenvorsorge« und begründet damit das sofortige  [aber temporäre] Abschalten von sieben deutschen Atomkraftwerken.</p>
	<p>Vor kurzen noch vehemente Atomkraft-Befürworterin, Laufzeitverlängerung durchgedrückt [die sie auch nicht zurücknehmen will], jetzt »Äusserste Gefahrenvorsorge«. Aha. Ist ja interessant. Hat sich in letzter Zeit an den deutschen Kraftwerken irgendwas verändert? Natürlich nicht, sie sind genauso [un]sicher, wie sie es im letzten Herbst waren. Das einzige, was sich verändert hat, ist die politische Opportunität.<br />
  <br />
<h4>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</h4><br />
<strong>Die Merkel-Regierung hat das Täuschen, Tricksen und Verschleiern zum Arbeitsprinzip gemacht,</strong> das zeigte schon der Fall Guttenberg. Die Strategie jetzt:<br />
• Sich scheinbar an die Spitze der Atomkraft-Abschalter setzen, in Wirklichkeit aber nur Warten [Moratorium], statt zumindest die eigenen Fehlentscheidungen [Laufzeitverlängerung] rückgängig zu machen.<br />
• Auf die SPD und Grüne einprügeln, weil die ja in Sachen AKW-Abschaltung und Energiewende auch nicht alles perfekt gemacht hätten. Dabei wird scheinheilig verheimlicht, dass fast jeder Fortschritt in dieser Sache stets von den Beton- und Atomköpfen in CDU, CDU, FDP und der Atomlobby verhindert wurde. Darum konnten immer nur Kompromisse geschafft werden, die natürlich nicht so weit reichten, wie man sich das gewünscht hätte.<br />
• Mit vielen Stimmen sprechen, und alles offen halten: Das Personal der CDU in der Atomfrage ist äussert disparat, und reicht von einem grünen Vorzeige-Grüßaugust (Röttgen) bis zum Atom-Hardliner Mappus. In der Mitte sitzt Merkel wie die Spinne im Netz, und hat sich noch nicht entschieden, in welche Richtung sie kriechen, und wen sie fressen wird.<br />
  <br />
<h4>Oligarchie statt freie Marktwirtschaft</h4><br />
Meine These: In einer wirklich freien Marktwirtschaft würde es keine Atomkraftwerke geben. Denn freie Marktwirtschaft hat auch etwas mit <strong>persönlicher Verantwortung, Haftung und dem Tragen der Folgekosten</strong> zu tun. Dies alles ist bei Atomkraft ausser Kraft gesetzt. Denn</p>
	<p>• Wenn Atomkraftwerke auf ihre möglichen Folgeschäden versichert sein müssten [so wie jedes Auto mit seiner Haftpflichtversicherung], dann gäbe es keine. Denn die Versicherungsprämien wären so gigantisch hoch, dass kein Betreiber sie bezahlen könnte und wollte.<br />
• Wenn die letzten »50 Tapferen«, die in einem Atomkraftwerk ihre Leben aufs Spiel setzen, sich per Gesetz aus den verantwortlichen Managern und Politikern rekrutieren müssten, dann gäbe es erst recht keine Atomkraftwerke. Keiner würde mehr den Stift in die Hand nehmen, um ein Atomkraftwerk oder dessen Laufzeitverlängerung zu genehmigen. Obwohl das Risiko doch so verschwindend gering ist.<br />
<em>fi</em><br />
   <br />
   &#8212;-   &#8212;-   &#8212;-<br />
<em>Hier noch ein Kommentar aus dem Spiegel Online-Forum, von User &#8216;Zaziemetro&#8217;, der sehr gut dazu passt:</em></p>
	<p><strong>Arrogante Politrhetorik</strong><br />
Das arrogante Verhalten und die Politrhetorik von Herrn Röttgen und vor allem von seiner Chefin sowie den Hofschranzen Kauder und Altmair in der Bundestagsdebatte und in ihren TV-Auftritten ist einfach unerträglich.</p>
	<p>Zum einen verdreht schwarz-gelb mal wieder in bester FS Strauß Tradition den Gegnern das Wort im Munde und unterstellt der Opposition jetzt, in der Vergangenheit nicht genug getan zu haben. Eine derart perfide Verdrehung der Tatsachen, Unterschlagung der eigenen Fehler und den damit verbundenen Abschied von Wahrheit und Wahrhaftigkeit lernen offensichtlich alle Politnovizen bereits in entsprechenden Basiskursen für politische Rhetorik (wo auch solche einbetonierten Gesten wie die der Bundeskanzlerin gelehrt werden &#8211; die gespreizten Finger vor dem Bauch &#8211; sowie die Fähigkeit, Lügen zu können, ohne rot zu werden).</p>
	<p>Zum anderen nimmt Schwarz-Gelb entsprechend keine Rücksicht auf Anstand, Mitgefühl oder Ehrgefühl und erdreistet sich, sich selbst nunmehr zum &#8220;Grünsten aller Grünen&#8221; zu stilisieren. Dabei behauptet Frau Merkel dann auch noch dreist, niemand hätte eine solche Katastrophe voraussehen können. Mit dieser schamlosen Lüge beleidigt und verhöhnt sie die Millionen Bürger, die seit 50 Jahren gegen die Atomkraft sind, die in Grohnde, Brokdorf, Wackersdorf usw. auf die Barrikaden gegangen sind, weil ihr gesunder Menschenverstand ihnen gesagt hat, dass die Technik der Kettenreaktion nicht vollständig beherrschbar ist und dass im Falle eines GAUs die Schäden unermesslich sein werden. Selbstverständlich haben also Millionen Menschen die Möglichkeit des Super-Gaus vorhergesehen.</p>
	<p>In ihren Augen bleibt, wer schon vorher grün gedacht und anti-Atom gewählt hat, auch heute noch ein Chaot, Störer, Linker usw., dessen Leistung auf jeden Fall zu negieren ist. Es ist schon widerwärtig, wie mit einer solchen Argumentationsvolte schwarz-gelb versucht, von der eigenen Blindheit abzulenken, bloß, um an der Macht zu bleiben. Dass dabei aber die Würde des Amtes (bzw. der Ämter) beschädigt wird und der Demokratie ein weiterer Sargnagel verpasst wird, scheint weder Herrn Röttgen noch den anderen Regierungsmitgliedern etwas auszumachen.</p>
	<p>Ehrlich Fehler eingestehen, bereuen? Fehlanzeige! Von Scham gar nicht zu reden. Dass man die Plagiatsaffäre noch Toppen kann, konnte in der Tat niemand vorhersehen.</p>

 ]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Radioaktivitäts-Karte Deutschland des Bundesamtes für Strahlenschutz</title>
		<link>http://www.textundtext.de/2011/03/radioaktivitats-karte-deutschland-des-bundesamtes-fur-strahlenschutz/</link>
		<comments>http://www.textundtext.de/2011/03/radioaktivitats-karte-deutschland-des-bundesamtes-fur-strahlenschutz/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 10:09:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>editor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach den Atomunfällen in Japan wächst bei vielen Bundesbürgern die Sorge über eine Ausbreitung der Radioaktivität bis nach Mitteleuropa. Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach erkundigen sich in diesen Tagen zahlreiche Anrufer nach der Überwachung der Radioaktivität in der Luft über Deutschland, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Gemeinsam mit dem Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) verfügt der Wetterdienst über ein flächendeckendes Netz von Messstationen in Deutschland, die die Radioaktivität messen. (siehe interaktive Karte: Überwachung der Radioaktivität in Deutschland)

Nach Angaben des BfS würde ein Transport radioaktiver Partikel von Japan nach Europa freilich mehrere Wochen benötigen. Aufgrund der weiten Entfernung seien aber seriöse meteorologische Prognosen nicht möglich. In der Regel nimmt die Konzentration der radioaktiven Stoffe in der Luft mit wachsender Entfernung, durch den natürlichen Zerfall und Auswaschungen durch Niederschläge ab... [Zitiert nach FAZ.net]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Klicken Sie auf die Karte und Sie erhalten die aktuellen Messwerte.<br />
<a href="http://odlinfo.bfs.de/"><img class="alignleft size-full wp-image-1603" title="Radioaktivitäts_Karte_bfs" src="http://www.textundtext.de/wp-content/uploads/Radioaktivitäts_Karte_bfs.jpg" alt="Radioaktivitätsmessnetz des Bundesamtes für Strahlenschutz" width="400" height="535" /></a><br />
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          <br />
<strong><em>Auch lesen:</em></strong><br />
<a href="http://www.textundtext.de/2011/03/stromausfall-im-atomkraftwerk-supergau/" target="_self"><em>&#8216;Stromausfall im Atomkraftwerk = SuperGAU  &#8216;</em>, [vom 18. März 2011]</a><br />
<a href="http://www.textundtext.de/2008/07/volksverdummung-die-sichersten-atomkraftwerke-der-welt/" target="_self"><em>Volksverdummung: &#8216;Die sichersten Atomkraftwerke der Welt&#8217;</em>, [vom 13. Juli 2008]</a></p>
	<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=textundtext-21&#38;o=3&#38;p=15&#38;l=st1&#38;mode=books-de&#38;search=Atomkraft&#38;fc1=000000&#38;lt1=_blank&#38;lc1=3366FF&#38;bg1=FFFFFF&#38;f=ifr" marginwidth="0" marginheight="0" width="468" height="240" border="0" frameborder="0" style="border:none;" scrolling="no"></iframe></p>


 ]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das akribische, mühevolle Plagiat des Karl-Theodor zu Guttenberg</title>
		<link>http://www.textundtext.de/2011/02/das-akribische-muhevolle-plagiat-des-karl-theodor-zu-guttenberg/</link>
		<comments>http://www.textundtext.de/2011/02/das-akribische-muhevolle-plagiat-des-karl-theodor-zu-guttenberg/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 09:22:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Übers Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Bauernopfer]]></category>
		<category><![CDATA[CopyGate]]></category>
		<category><![CDATA[Dissertation]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Roland Schimmel]]></category>
		<category><![CDATA[GuttenPlag Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Konstitutionelle Entwicklungsstufen USA]]></category>
		<category><![CDATA[Plagiat]]></category>
		<category><![CDATA[Stephanie zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung und Verfassungsvertrag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.textundtext.de/?p=1572</guid>
		<description><![CDATA[Dreist an Karl-Theodor zu Guttenbergs Verhalten ist nicht, dass er gelogen hat. Wer hätte das nicht schon mal getan. Dreist ist, dass er immer noch lügt. Dass er, wider besseren Wissens vor versammeltem Bundestag die Lüge wiederholt, er hätte »nicht wissentlich« getäuscht, »nicht wissentlich plagiiert«. Das ist angesichts der Ausmaße und Methodik des Plagiats schlechterdings unmöglich.

Es ist aber nicht so, dass Karl-Theodor zu Guttenberg sich bei der Abfassung seiner Arbeit keine Mühe gegeben hätte. Im Gegenteil: ein ordentliches Plagiat erfordert gründliche Vorbereitung und eine Menge Arbeit [siehe den amüsanten Artikel »Zum erfolgreichen Plagiat in zehn einfachen Schritten«, von Professor Dr. Roland Schimmel, unten]. Und ein »ordentliches Plagiat« war es, sonst hätte Karl-Theodor zu Guttenberg damit nicht seinen Doktorvater übertölpeln können und sogar ein »Summa cum laude« für die Arbeit einfahren.

Eine Politikerin aus Guttenbergs Wahlkreis, die ihn gut kennt, charakterisiert ihn so: »Er will alles immer besonders gut machen.« Das scheint mir die richtige Erklärung zu sein für das überwältigende Plagiatentum, das in »abstrusem« Maße alle bisher gekannten Grenzen sprengt. Und Guttenberg ging dabei mit einer Chuzpe vor, die fast schon wieder bewundernswert ist. Denn die Textstellen aus derart leicht zugänglichen Texten zusammenzukopieren und zusammenzuflicken, ist ein Vabanquespiel, das nur jemand macht, der sich für unangreifbar hält.

Dass dieses Plagiat niemals auffliegt, hat sicher nicht einmal Karl-Theodor zu Guttenberg gedacht. Aber er hat vermutlich ganz sorgsam die Promotionsordnung der Universität Bayreuth studiert, in der es in Paragraph 16 (3) heißt: »Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zur Promotion nicht erfüllt, ohne dass der Kandidat hier- über täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung der Urkunde bekannt, so wird dieser Mangel durch das Bestehen der Doktorprüfung geheilt.« Aussenden ist eine fünfjährige Verjährungsfrist vorgesehen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://www.textundtext.de/kontakt/" target="_self">(armin fischer/t&#038;t)</a><br />
<strong>Dreist an Karl-Theodor zu Guttenbergs Verhalten ist nicht,</strong> dass er gelogen hat. Wer hätte das nicht schon mal getan. Dreist ist, dass er immer noch lügt. Dass er, wider besseren Wissens vor versammeltem Bundestag die Lüge wiederholt, er hätte »nicht wissentlich« getäuscht, »nicht wissentlich plagiiert«. Das ist angesichts der Ausmaße und Methodik des Plagiats schlechterdings unmöglich.</p>
	<p>Es ist aber nicht so, dass Karl-Theodor zu Guttenberg sich bei der Abfassung seiner Arbeit <strong>keine Mühe</strong> gegeben hätte. Im Gegenteil: ein ordentliches Plagiat erfordert gründliche Vorbereitung und eine Menge Arbeit [siehe den amüsanten Essay »Zum erfolgreichen Plagiat in zehn einfachen Schritten«, von Professor Dr. Roland Schimmel, unten]. Und ein »ordentliches Plagiat« war es, sonst hätte Karl-Theodor zu Guttenberg damit nicht seinen Doktorvater übertölpeln und sogar ein »Summa cum laude« für die Arbeit einfahren können.</p>
	<p>Eine Politikerin aus Guttenbergs Wahlkreis, die ihn gut kennt, charakterisiert ihn so: »Er will alles immer besonders gut machen.« Das scheint mir die richtige Erklärung zu sein für das überwältigende Plagiatentum, das in »abstrusem« Maße alle bisher gekannten Grenzen sprengt. Und Guttenberg ging dabei mit einer Chuzpe vor, die fast schon wieder bewundernswert ist. Denn die Textstellen aus derart leicht zugänglichen Texten zusammenzukopieren und zusammenzuflicken, ist ein Vabanquespiel, das nur jemand macht, der sich für unangreifbar hält.</p>
	<p><strong>Dass dieses Plagiat niemals auffliegt,</strong> hat sicher nicht einmal Karl-Theodor zu Guttenberg gedacht. Aber er hat vermutlich ganz sorgsam die Promotionsordnung der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth studiert, <span id="more-1572"></span>in der es in Paragraph 16 (3) heißt: »Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zur Promotion nicht erfüllt, ohne dass der Kandidat hierüber täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung der Urkunde bekannt, so wird dieser Mangel durch das Bestehen der Doktorprüfung geheilt.« Ausserdem ist eine fünfjährige Verjährungsfrist, in der der Titel aberkannt werden kann, vorgesehen.<img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/18a1c222c6834f409f63af95bf00fe44" width="1" height="1" alt=""></p>
	<p>Guttenberg konnte also sogar hoffen, mit seinem Plagiat durchzukommen – sich darauf berufend, er habe nicht »bewusst getäuscht«. Und wenn die Sache irgendwann im Stillen abgehandelt worden wäre, hinter den Pforten der Universität Bayreuth, hätte man sie sicher so schnell wie möglich unter den Teppich gekehrt – und ihm den Doktortitel gelassen. Immerhin ist er der Verteidigungsminister …</p>
	<p>Ein wenig Pech für Guttenberg war, dass u.a. durch die Website <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki" target="_blank">Guttenplag-Wiki</a> eine Öffentlichkeit hergestellt wurde, die es so in der akademischen Welt bisher nicht gab – und auf der die in der Dissertation enthaltenen Plagiate (und davon gibt es Hunderte) genüsslich enttarnt und seziert werden.<br />
<h4>Hat er nun die Arbeit eigentlich selbst geschrieben, oder schreiben lassen?</h4><br />
Viele vermuten, es war ein Ghostwriter, und Guttenberg kannte die Arbeit gar nicht wirklich. Ich meine: Er hat sie tatsächlich eigenhändig, zumindest zusammenkopiert und zusammengeflickt. Und das nicht schlecht. Was sonst übrigens hätte er in den vielen durchwachten Nächten in seiner Studierstube gemacht, als »das Licht aus seinem Zimmer noch spät nachts über den Schlosshof fiel« und Vater Enoch sich über den allzu fleissigen Jungen wunderte.</p>
	<p><strong>Starke Indizien</strong> finden sich aber in der Arbeit selbst. Er hat nämlich nicht nur eins zu eins plagiiert, sondern die Texte an vielen Stellen auch an seinen eigenen, hochtrabenden Stil angepasst. Oder sie anderweitig verändert, oder sogar die Aussagen relativiert. Besonders deutlich ist das an Stellen, wo er aus Anfänger-Arbeiten abschreibt, und dabei gezielt Floskeln der Relativierung einbaut. Das zeigt, wie Dutzende andere Beispiel auch, dass ihm absolut klar war, was er tut.</p>
	<p><strong>Ein Beispiel</strong> findet sich etwa in der Erstsemester-Arbeit des Berliner Studenten Daniel Pentzlin, wo es im Original heißt:<br />
»Auf der anderen Seite sollte die Geschichte der US Verfassung und ihre Popularität nach noch 215 Jahren den Europäern Mut machen &#8230;«<br />
Und bei Guttenberg:<br />
»Auf der anderen Seite sollte <strong>in aller Trivialität</strong> die Geschichte der US Verfassung und ihre Popularität nach noch 215 Jahren den Europäern Mut machen&#8230;«</p>
	<p>Damit plagiiert er Pentzlins Arbeit, distanziert sich aber gleichzeitig ein Stück von der allzu »trivialen« Aussage, weil sie Guttenbergs Meinung nach eben eher in eine Erstsemester-Arbeit gehört.</p>
	<p>Das ganze Pentzlin-Plagiat betrifft übrigens nicht nur diesen einen Satz, sondern geht über viele Seiten. Und kleine, markante Stellen der Distanzierung und Nuancierung finden sich an vielen anderen Plagiatstellen ebenso.</p>
	<p><strong>Karl-Theodor zu Guttenberg ist also sehr methodisch vorgegangen, und hat dabei ganz genau gewusst, was er tut.</strong></p>
	<p>Es entsteht sogar der Eindruck, als habe er sich auf die Abfassung seines Plagiats akribisch vorbereitet, genauso, als hätte er eine »echte Arbeit« geschrieben. Vielleicht hat er auch im Vorfeld den Essay von Prof. Roland Schimmel [»Zum erfolgreichen Plagiat in zehn einfachen Schritten«; dazu in Kürze ein gesonderter Text] studiert, in dem es unter anderem heißt:</p>
	<p>»Der Quelltext selbst wird nie zitiert. Weder dort, wo er wörtlich abgeschrieben wurde, noch dort, wo er umformuliert wurde, noch irgendwo anders. Man soll seinen Leser gar nicht erst auf den Gedanken bringen, diesen Text selbst ansehen zu wollen. Das machen überraschend viele Plagiatoren falsch. Die sogenannte <strong>Bauernopfer-Referenz</strong> – dabei werden zum Kaschieren flächiger Plagiate punktuelle Belege gesetzt – ist eine Technik für Fortgeschrittene; in normalen Prüfungsarbeiten ist von ihrer Verwendung abzuraten.«</p>
	<p>Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Methode »Bauernopfer« sehr häufig angewandt – und das zeigt schon, dass man es hier mit einem ausgereiften, fortgeschrittenen Plagiat zu tun hat.</p>
	<p>Unter der Überschrift <strong>Was tun, wenn alles auffliegt?</strong> schreibt. Prof. Schimmel dann:</p>
	<p>»Überwiegend empfehlenswert: Geordneter Rückzug – (Teil-)Geständnis:<br />
Ersttäter bekommen nur selten die volle Härte des Gesetzes und der erwähnten informellen Sanktionen zu spüren, wenn sie sich einigermaßen einsichtig und kooperativ verhalten. Man gestehe nicht viel mehr als nötig – also nur soviel, wie Inhalt des Vorwurfs ist. Man bitte um Milde bei der Sanktionierung und gelobe Besserung. So gut es geht erkläre man, wie es zum Fehlverhalten gekommen ist. Das größte Entgegenkommen beim Prüfer darf erwarten, wer das objektive Unrecht einzusehen vorgibt und gleichzeitig um Verständnis wegen der subjektiven individuellen Situation der Schwäche bittet. Wenn sonst nichts geht: Die Klassiker Meine Oma ist gestorben &#8230; und Ich hatte eine unglückliche Kindheit&#8230; « [Ende Zitat Prof. Schimmel]. Oder, wie im Fall Guttenberg: »Mühevollste Kleinarbeit«, aber »überfordert« in der Mehrfachrolle als »junger Familienvater«, Abgeordneter und so weiter.</p>
	<p><strong>Und das Fazit des Plagiats-Experten:</strong><br />
»Entgegen der ersten Vermutung erfordert ein anständiges Plagiat (also eines, das den Leser nicht auf beleidigende Weise für dumm verkauft) einige Mühe des Plagiators. Ein gutes Plagiat verlangt Zeit, Sorgfalt, Sachkenntnis und Konzentration – ähnlich wie eine gute wissenschaftliche Arbeit.«</p>
	<p>Das erklärt auch die Empörung und die Ablehnung zu Guttenbergs (»abstrus«), als er zum  ersten Mal mit den Plagiatsvorwürfen konfrontiert wurde. Er war nämlich schlicht der Meinung, für so ein ausgefeiltes, mühevolles Plagiat habe er sehr wohl den Doktortitel verdient. – Und beinahe hätte es geklappt.</p>
	<p><strong>Dass er nun den Vorsatz immer noch abstreitet,</strong> und damit durchzukommen scheint, ist schon, mir fällt kein besseres Wort dazu ein, ein Skandal. Und dass ihn die Universität Bayreuth (fast) ungeschoren davonkommen lässt, nicht minder. Diese akzeptierte nämlich gestern tatsächlich die von Guttenberg vorgeschlagene »Rücknahme« der Arbeit, und beruft sich dabei auf Paragraph 48 Bayerisches Verwaltungsverfahrensgesetz als eine Art Rahmenrichtlinie. <strong>Statt, wie es dringend nötig wäre, die Promotionsordnung anzuwenden und den Betrug aufzudecken.</strong><br />
<a href="http://www.textundtext.de/kontakt/" target="_self">(armin fischer/t&#038;t)</a></p>
	<p><em>Hier, in Abstimmung mit Prof. Dr. Schimmel der Aufsatz <a href="http://www.textundtext.de/wp-content/uploads/Zum_erfolgreichen_Plagiat....pdf">»Zum erfolgreichen Plagiat in zehn einfachen Schritten« als PDF</a> zum download. – Bitte beachten Sie das Urheberrecht! ...<br />
</em></p>
	<p>Es gibt übrigens schon ein eBook zu dem Thema, im Apple iBook-Store, oder hier: <a href="http://www.epubli.de/shop/buch/CopyGate-S%C3%BCndenfall-Karl-Theodor-Guttenberg-Dr-Anonymus-9783844201642/6361" target="_blank">www.epubli.de</a></p>
	<p><a href="http://www.epubli.de/shop/buch/CopyGate-S%C3%BCndenfall-Karl-Theodor-Guttenberg-Dr-Anonymus-9783844201642/6361"><img class="aligncenter size-full wp-image-1586" title="Cover_Copygate_300" src="http://www.textundtext.de/wp-content/uploads/Cover_Copygate_300.jpg" alt="" width="300" height="392" /></a></p>

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		<title>Warum der Fall Guttenberg eine neue Dimension der politischen Lüge eröffnet</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 08:25:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Guttenberg]]></category>
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		<category><![CDATA[politische Lüge]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Fall Guttenberg ist anders: Es geht nicht um Glauben, sondern um Wissen. Jeder, der sich damit beschäftigt hat, weiß, dass Guttenberg nicht nur gelogen hat, sondern immer noch lügt, wenn er behauptet, er hätte »unabsichtlich« hunderte fremder Textstellen kopiert, also unwissentlich plagiiert. Das kann im Internet durch bloßen Textvergleich jeder nachprüfen, der es will. Es stehen also glasklare Tatsachen im Raum, vor denen jeder Lügner der »alten Schule« eingeknickt wäre.

Mit Guttenberg unterstützt seine Partei also nicht eine versteckte oder strategische politische Lüge, wie sie in der Politik (s.o) schon mal vorkommt. Sondern eine offensichtliche, die jedermann ins Gesicht springt. Genauso könnten der Verteidigungsminister und seine Partei behaupten, die Erde sei eine Scheibe, und dann verlangen, dass dies ab sofort als bare Münze genommen wird, und die Lehrbücher umgeschrieben werden. So ein Umgang mit der Wahrheit ist nicht nur »abstrus«, er ist schockierend. Man kennt so etwas, so eine blanke und dreiste Volksverdummung und Täuschung bisher eigentlich nur aus Diktaturen oder halbgaren Demokratien, die hierzulande auch gern mal »Bananenrepubliken« genannt werden. In Systemen also, in denen es keine Transparenz, und keine Möglichkeit für den einzelnen Bürger gibt, sich ein Bild zu machen. Dort können sich die Herrschenden so etwas noch leisten.

Wir leben aber in einer anderen Welt, in einer Welt der Medien, des Internets, der Vernetzung und des freien Informationsflusses. Aus diesem Grund wird der Fall Guttenberg hier nicht zu Ende sein. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://www.textundtext.de/kontakt/" target="_self">(armin fischer/t&#038;t)</a><br />
<strong>Die Lüge in der Politik ist weißgott kein neues Phänomen,</strong> im Gegenteil, bis zu einem gewissen Grade scheint sie sogar eine Notwendigkeit für erfolgreiches und durchsetzungsstarkes politisches Handeln zu sein. Die Täuschung des Gegners, so schreibt schon der chinesische Lehrmeister Sun Tsu in seinem zweitausendfünfhundert Jahre alten Handbuch über die »Kunst des Krieges«, ist eine entscheidende strategische Fähigkeit, um seinen eigenen Erfolg vorzubereiten. – Und das betrifft letztlich nicht nur den Krieg, sondern jede menschliche Konfrontation. Und auch Politik ist Konfrontation.</p>
	<p>Natürlich hat die Lüge auch in der politischen Geschichte Deutschlands schon immer eine Rolle gespielt, man muss dabei gar nicht zur größten politischen Lüge aller Zeiten (1933 bis 1945) zurückgehen. Nein, jede politische Entscheidung, die halbwegs von Wichtigkeit ist, beinhaltet auch einen Aspekt der Täuschung und Verschleierung. Sei es ein Nato-Doppelbeschluss, die Laufzeiten von Atomkraftwerken oder die Einführung oder »Rettung« des Euro. Ganz egal. Die politisch Handelnden sind mit der Wahrheit nicht zimperlich, wenn es darum geht, die eigenen Positionen durchzudrücken.</p>
	<p>Soweit die Präambel dieses Artikels, die nur deutlich machen soll, dass die Lüge zum politischen Alltagsgeschäft gehört.</p>
	<p><strong>Dennoch hat die Affäre Guttenberg eine neue, und erschreckende Dimension.</strong> Und das liegt weniger an Guttenberg, als am Umgang seiner Partei mit ihm.<br />
<span id="more-1596"></span><br />
Wenn zwei politische Meinungen aufeinanderprallen, und eine davon basiert auf einer Lüge, oder sogar alle beide, so kann das Wahlvolk, der »einfache Bürger« draussen, es in der Regel nur schwer nachprüfen. Oft können das nur Experten oder Wissenschaftler. Letztlich ist es immer eine Sache von Glauben und Vertrauen, wem man bei der Wahl am Ende die Stimme gibt.<img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/36a43a50543942e2ade7d809cb560ed3" width="1" height="1" alt=""></p>
	<p><strong>Der Fall Guttenberg ist anders:</strong> Es geht nicht um Glauben, sondern um Wissen. Jeder, der sich damit beschäftigt hat, weiß, dass Guttenberg nicht nur gelogen hat, sondern immer noch lügt, wenn er behauptet, er hätte »unabsichtlich« hunderte fremder Textstellen kopiert, also unwissentlich plagiiert. Das kann im Internet durch bloßen Textvergleich jeder nachprüfen, der es will. Es stehen also glasklare Tatsachen im Raum, vor denen jeder Lügner der »alten Schule« eingeknickt wäre.</p>
	<p>Mit Guttenberg unterstützt seine Partei also nicht eine versteckte oder  strategische politische Lüge, wie sie in der Politik (s.o) schon mal vorkommt. Sondern eine offensichtliche, die jedermann ins Gesicht springt. <strong>Genauso könnten der Verteidigungsminister und seine Partei behaupten, die Erde sei eine Scheibe, und dann verlangen, dass dies ab sofort als bare Münze genommen wird, und die Lehrbücher umgeschrieben werden. So ein Umgang mit der Wahrheit ist nicht nur »abstrus«, er ist schockierend. Man kennt so etwas, so eine blanke und dreiste Volksverdummung und Täuschung bisher eigentlich nur aus Diktaturen oder halbgaren Demokratien, die hierzulande auch gern mal »Bananenrepubliken« genannt werden.</strong> In Systemen also, in denen es keine Transparenz, und keine Möglichkeit für den einzelnen Bürger gibt, sich ein Bild zu machen. Dort können sich die Herrschenden so etwas noch leisten.</p>
	<p>Wir leben aber in einer anderen Welt, in einer Welt der Medien, des Internets, der Vernetzung und des freien Informationsflusses. Aus diesem Grund wird der Fall Guttenberg hier nicht zu Ende sein.</p>
	<p>Jedem Parlamentarier der Opposition, der zur Staffage so eines Schauspiels degradiert wird, muss das Grausen kommen. – Trotzdem sitzt Guttenberg bis jetzt ziemlich sicher im Sattel. Und das sagt vieles über das politische System, es zeigt aber auch: Die Opposition hat entweder kein echtes Interesse, ihn loszuwerden. Oder aber keinen einzigen kompetenten Juristen an Bord, der es erreicht, eine Lüge aufzudecken und als solche kenntlich zu machen. Die Befragung des Ministers Guttenberg im Bundestag verlief jedenfalls kläglich für SPD und Grüne. Und wenn Karl-Theodor zu Guttenberg so weitermachen kann, zeigt das nichts weiter als die Unfähigkeit des politischen Systems auf allen Seiten.</p>

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