Tag-Archiv: Osterinsel

11. Juli 2010 • Totale Sonnenfinsternis, allerdings am anderen Ende der Welt

Glückwunsch, wenn Sie sich gerade auf der Osterinsel aufhalten - oder auch in Chile oder Patagonien. Dort ist nämlich heute, am 11. Juli 2010 eine totale Sonnenfinsternis zu sehen. Der Kernschatten berührt erstmals um 18.15 Uhr UT (20.15 Uhr MESZ, 8.15 Uhr Morgens lokale Zeit) rund 1000 Kilometer südlich der Insel Niue die Meeresoberfläche, rast dann nach Osten, über einige weitere Inseln hinweg, am bekanntesten davon sind die Cook-Inseln. Rarotonga, die Hauptinsel des Cook-Atolls, wird aber vom Kernschatten um knappe 15 Kilometer verehlt. Danach streift der Schatten über das Toamotu-Atoll und zieht dann knapp 2.000 Kilometer ohne jeden Landkontakt über den Pazifik hinweg. Details auf (www.astrocorner.de): Um 19:33:33,6 Uhr UT erreicht die Sonnenfinsternis ihren Höhepunkt. An dem Ort bei den Koordinaten 19° 45,7' s.B. und 121° 52,9' w.L. werden nur Beobachter an Bord von Kreuzfahrtschiffen die etwa 47 Grad hoch stehende total verfinsterte Sonne beobachten können. Die Totalität wird hier 5 Minuten und 20,2 Sekunden lang andauern.
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Alles, was ein Mann tun muss, Kapitel 5 • Sonnenfinsternis – Der jüngste Tag, revisable

Der jüngste Tag, revisable Ich weiß nicht, was Sie am 11. August 1999 gemacht haben. Ich war am Strand einer Insel im Indischen Ozean und habe mich zum ersten Mal geärgert, dass ich nicht in Europa bin. An diesem Tag war nämlich über Süddeutschland und meiner Heimatstadt München eine totale Sonnen­finsternis zu sehen. Ein Ereignis, das nicht sehr häufig vorkommt: nur etwa alle 375 Jahre wird ein und derselbe Ort auf der Erdoberfläche im Durchschnitt Schauplatz dieses kosmischen Spektakels. Wenn ich nun – zurück in München – an meinem Schreibtisch sitzen bleibe und warte, dauerte es bis zum Jahr 2135, um wieder eine totale Sonnenfinsternis zu Gesicht zu bekommen. Wenn ich ein paar Hundert Kilometer nach Süden fahre, zu unseren Nachbarn nach Österreich, ist es immerhin schon am 3. September 2081 so weit. Wir sind also, gemessen an der theoretischen Wahrscheinlichkeit, vom Glück begünstigt. Hier kaufen Zur Buch-Website hier Dennoch keine berauschenden Aussichten, oder? Falls Sie zu den Glücklichen gehören, die die Sonnenfinsternis am 11. August 1999 sehen konnten, schlage ich vor, dass Sie dieses Kapitel einfach über­blättern. Falls Sie wie ich »verhindert« waren: Wir müssen nicht aufgeben. Sonnenfinsternisse kommen zwar selten am gleichen Ort zweimal vor, aber bezogen auf die gesamte Erdoberfläche, häufiger, als man denkt. Die Lösung lautet also: dem Kernschatten entgegenreisen. Aber warum eigentlich? Warum sollte man sich die Strapazen antun? Was ist denn so berauschend daran, wenn es ein wenig dunkler wird? Nun, eine ganze Menge. Es ist ein Schauspiel, das Sie kaum vergessen werden. Wenn der Mond vor die Sonne tritt und sie nach einer Weile völlig verdunkelt, passiert eine ganze Menge, und so einiges davon könnte man in die Kategorie mythisch oder magisch einsortieren. Obwohl die »Totalitätsphase« also, die Zeit, an dem ein bestimmter Punkt auf der Erdoberfläche im Kernschatten des Mondes ist, nur wenige Minuten dauert, geschieht Erstaunliches:
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