(fi) Der Erfindergeist der Menschheit war wohl auf keinem anderen Gebiet so kreativ, wie bei der Suche und Erzeugung neuer prozenthaltiger Getränke. Und zwar überall auf dem Globus, und zu allen Zeiten. Als Folge ist es eine kleine Wissenschaft, all die Branntweine und Liköre, die es gibt, auseinanderzuhalten. Und erst recht: fachgerecht zu vermixen, als Cocktail nämlich.

Branntweine lassen sich aus vielem herstellen: Äpfel, Kirschen, Birnen, Trauben, genauso wie aus Zuckerrüben, Reis und Kartoffeln, Gerstenmalz, Roggen oder Weizen. Den Bewohnern der britischen Inseln scheint es in früheren Zeiten bei Regenwetter ohne TV und Internet oft langweilig gewesen zu sein, denn ihnen verdanken wir zwei Klassiker: Der eine ist ein Getreidebranntwein, der andere beruht auf einem Destillat der Wacholderbeere. Die Rede ist – Sie wissen es hoffentlich schon – von Whisky und Gin. Zwei weitere Klassiker sind Wodka und Rum.

Diese vier geradlinigen und ehrlichen Spirituosen lassen sich pur (bzw. auf Eis) genießen. Wenn Sie schon einmal in Moskau waren, wissen Sie es: Wodka trinkt man wie Wasser in Wassergläsern weg. Und Paul Newman als ›Brick‹ in ›Die Katze auf dem heißen Blechdach‹ hatte ebenfalls keine Zeit, sich Cocktails zu mixen. Da war nur Whisky pur, sonst nichts.

Gin

Ein ursprünglich irischer Wacholderbranntwein. Wird aus Getreide oder Melasse (Restsirup bei der Zuckerfabrikation) unter Verwendung von Destillaten aus Wacholderbeeren und Gewürzen (z. B. Koriandersamen, Angelikawurzeln, Lavendel- und Orangen­blüten, Mandeln u.a.) hergestellt. Gin ist der wesentliche Bestandteil sehr vieler Cocktails.

Whisky

Ein ursprünglich schottischer Getreidebranntwein, vorwiegend aus Gerstenmalz, Roggen und Weizen, mit einem typischen rauchigen Geschmack. Der Name Whisky kommt vom gälischen »Wisge« ( = Wasser). Heute unterscheidet man Scotch-Whisky und American Whiskey (›Bourbon‹). Scotch wird mit in Torfrauch gedarrtem (getrocknetem) Weizenmalz gebrannt und in Eichenholzfässern gelagert. American Whiskey wird ohne Torfrauch hergestellt, sondern erhält seinen Rauchgeschmack während der Lagerung in ›angeräucherten‹ Eichenholzfässern.

Wodka

Ein Branntwein aus reinem, feinfiltriertem Alkohol. Dieser wird aus Korn oder Kartoffeln gebrannt. Wodka (deutsch: ›Wässerchen‹) zeichnet sich durch die Weichheit und Reinheit seines Geschmacks aus.

Rum

Branntwein, der im Wesentlichen aus Zuckerrohr, Zuckerrohr­melasse oder sonstigen Rückständen der Rohrzuckerfabrikation hergestellt wird. Seinen besonderen Geschmack bekommt der Rum durch pflanzliche Zutaten wie Pfirsichblätter, Kleeblüten, Akazienrinde usw. Echter Rum wird vorwiegend in Mittel-. und Südamerika erzeugt, am bekanntesten ist der Jamaika Rum.

Falls Sie sich eine Hausbar zulegen wollen, sind das die Fundamente. Dazu dann noch ein Brandy und ein Vermouth (z. B. der Firma Martini oder Noilly Prat).

Brandy

Auf Deutsch übersetzt nichts anderes als ein Branntwein aus Wein, also Weinbrand (35 bis 45 Volumenprozent Alkoholgehalt). Viele Weinbrände sind unter dem Namen ihres Herkunftsgebiets bekannt, zum Beispiel Cognac, Armagnac oder Brandy de Jerez. Andere: Chantré, Asbach Uralt. Die meisten hervorragenden Brandys kommen aus Spanien, aus der Region Jerez de Frontera.

Vermouth

Ein mit Gewürzen und Kräutern aromatisierter und aufgeladener Wein mit relativ hohem Zuckergehalt (15 bis 18 Prozent Alkohol). Der Name kommt vom Wermutkraut (Artemisia absinthium), das durch seine bitteren Aromastoffe den Geschmack deutlich prägt. Vermouth, ursprünglich in Italien ›erfunden‹, ist Bestandteil vieler Cocktails, und wird auch solo als Aperitif getrunken. Bekannte Marken: Martini (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Cocktail), Cinzano, Noilly Prat, Stock, Martinazzi.

Und schon haben wir eine passable Grundausstattung. Dazu sollten Sie mindestens noch haben: Eis im Kühlschrank, O-Saft, Tonic Water, Bitter Lemon, Soda und ein paar Zitronen. Whiskygläser, Longdrinkgläser, ein Rührglas, einen Barlöffel und ein kleines Sieb. Mit diesen Basics können Sie problemlos und blitzschnell einige stilvolle Drinks und einfache Cocktails anfertigen, etwa einen Gin Tonic (Gin und Tonic Water, 1 : 4), Cuba Libre (Rum, Limette, Coke, Eis), einen Whisky Soda (Whisky und Sodawasser 1 : 2) oder auf Eis, einen Wodka Lemon (Wodka und Bitter Lemon 1 : 4, evtl. Zitronensaft), und auf jeden Fall den klassischsten aller Cocktails, den Martini Cocktail (siehe unten).

Cocktails

Damit zur vermeintlich ›hohen Schule‹. Cocktails gibt es Abertausende, und wenn Sie nicht selbst ein Barmann sind oder es extrem professionell betreiben, ist es nicht empfehlenswert an der Hausbar eine Vielzahl von Cocktails (die Ausnahmen oben) zuzubereiten. Denn Sie können ohnehin nur eine winzige Auswahl der Ingredienzien für alle möglichen Mixgetränke vorhalten. Aber das ist halb so schlimm: Denn erst an einer gepflegten Bar schmeckt ein Cocktail wirklich gut.

Kein James Bond ohne seinen dry Martini mit Spezialrezept. Es scheint also ein verdammt männliches Zeug zu sein. Zwar wird es für – sagen wir – einen amerikanischen Cowboy oder einen australischen Abori­gine ein eher alberner als männlicher Anblick sein, wenn ein anderer Mann mit einem Cocktailshaker hinter einer Bar herumtanzt und dann filigrane Mengen verschiedenfarbiger Flüssigkeiten zusammenschüttet. Dennoch, in unseren Breitengraden ist es ein Muss, sich ein wenig mit Cocktails auszukennen. Besonders, wenn Sie vorhaben, mit einer Lady eine Bar zu besuchen. Und wer hat das nicht!

Cocktail-Arten

Grundsätzlich unterscheidet man Shortdrinks (›kurzes‹ Glas, hoher Alkoholanteil, Sprit und Sprit gemixt, mit nur wenig oder gar keinem Saftanteil) und Longdrinks (hohes Glas, größere Flüssigkeitsmenge, mehr Saftanteil). Shortdrinks lassen sich wiederum aufgliedern in klassische Cocktails im engeren Sinne: Sours, Shooters (auf Ex zu trinken), Flips (mit Ei oder Eigelb), Crustas (mit Salz- oder Zuckerrand am Glas) und andere. Longdrinks sind z. B. Fizzes (mit Saft und Mineralwasser), Tropical Drinks (mit Tequila, Cachacha usw.), Slings (mit Mineralwasser oder Sekt). Es gibt Tausende von Cocktail-Varianten. Viele davon sind Eintagsfliegen und Modeerscheinungen. Aber es gibt natürlich auch einige zeitlose Klassiker, die Sie kennen sollten.

Martini Cocktail (der Klassiker)

Mutter und Vater aller Cocktails. Er ist nicht, wie man glauben könnte, nach der Herstellerfirma der in ihm (gelegentlich) enthaltenen Vermouth-Marke (sehr oft ist es ein anderer Vermouth) benannt, sondern nach seinem mutmaßlichen Erfinder Martini di Arma di Taggia, dem Barmann des Knickerbocker Hotels in New York (1911).

So trocken, dass er selber wieder Durst hat! Das Rezept ist einfach: Gin, trockener Vermouth plus eine Olive. Je weniger Vermouth ein Martini Cocktail enthält, umso trockener ist er. Puristen sagen, es reiche schon, wenn der Gin nur mal kurz neben einer Vermothflasche gestanden habe. Mit einem Mischungsverhältnis von 1 : 10 bekommen Sie aber auch einen ziemlich herben Martini Cocktail hin.

Zubereitung: Zerstoßenes Eis in ein Rührglas geben, Gin und Vermouth darüber geben, mit dem Barlöffel gut verrühren, in ein Martini-Glas abseihen, zum Schluss noch mit einer Olive garnieren. Obwohl es einfach scheint, können Sie eine Wissenschaft daraus machen. Probieren Sie es aus.

Zu den klassischen Cocktails gehören z. B. auch der Alexander, Bloody Mary, Gin Fizz, Mai Tai, Manhattan, Margarita, Tequila Sunrise, Wodka Martini.

Beispiel Mai Tai (Klassiker, in unzähligen Varianten), z.B:
6 cl Brauner Rum
2 cl Triple Sec
2 cl frischer Limettensaft
ca. 1 cl Mandelsirup (bzw. Orgeat)
1 Limette
(evtl. etwas brauner Zucker)
gecrushtes Eis
Limone vierteln, ins Glas auspressen und im Glas zerstoßen. Braunen Zucker darübergeben. Restliche Zutaten mit Eis im Shaker gut schütteln und in ein Glas mit zerstoßenem Eis abseihen. Kurz umrühren. Falls vorhanden, mit Minzezweig garnieren.

So, das war´s erst mal. Jetzt gehen Sie ans Werk. Am besten erstmal mit Ihrem besten Freund in die beste Bar Ihrer Stadt!

Infos Rezepte:
www.cocktailscout.de
www.rezeptewiki.org
Infos Bars:
http://muenchen.barscout.org
www.qype.de

Mut: ✰✰
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z.B.: Die Eilige Schrift Zwölf unangenehme Thesen zur Katholischen Kirche im Jahre 2012. – Die Katholische Kirche befindet sich auf einem Parforceritt zurück ins Mittelalter … und viele spielen eine beklagenswerte Rolle, wenn es um die Volksverdummung im Interesse der Kirche geht. Kritische Stimmen sind kaum zu hören, man ist viel lieber happy im Papst-Wahn.

z.B.: Die Wissenschaft des Reichwerdens.

Im Jahr 2006 schoss ein Buch fulminant in den Bestsellerlisten nach oben: »The Secret«, das Geheimnis, von Rhonda Byrne, einer australischen Autorin und TV-Produzentin. Als eine ihrer maßgeblichen Quellen nannte Byrne in einem Interview Wallace Delois Wattles mit seiner »Wissenschaft des Reichwerdens«. Dieses Buch ist bis heute der am klarsten formulierte Ratgeber dafür, wie man Erfolg im Leben hat.

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