Monatliches Archiv: März 2011

Unsere tägliche Zäsur gib uns heute und vergib uns unsere Schuld …

So viel »Zäsur« wie heute war noch nie: Gestern abend dreimal in der Tagesschau, später bei »Maischberger« gefühlte 56 mal. »Zäsur« ist das Modewort des Horrors, aber auch des Wechsels. Angela Merkel, die Chefin aller braven Nachplapperer fing damit an. Sie bezeichnete vor der Bundespressekonferenz die Katastrophe in Japan, das Mega-Erdbeben, den Tsunami und den daraus folgenden GAU im Atomkraftwerk als »Zäsur«, wirklich zu recht. Seitdem aber, knapp drei Wochen sind vergangen, hat sich das Wort selbständig gemacht, und penetriert uns, wo es kann. Das zeigt vor allem, wie leicht man Medien mit Begriffen »impfen« kann, seien sie nun angebracht wie in diesem Fall, oder schamlose Euphemismen, was weit häufiger geschieht. Die Zäsur findet inzwischen überall statt: • Der SuperGAU: eine Zäsur • Die Atom-Wende-Wende: eine Zäsur • Der erste grüne Ministerpräsident: eine Zäsur • Die deutsche Enthaltung bei der Libyen-Abstimmung der UNO: eine Zäsur • Euro-»Finanzausgleich«: eine Zäsur • Rückwirkend sogar Guttenberg, und seine Lügen vor dem Bundestag: eine Zäsur ... und so weiter
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Phoenix-Doku »Das verdrängte Risiko«

Phoenix-Doku »Das verdraengte Risiko«: Selbst nach dem Unglück in Japan bekennen sich Regierungschefs in aller Welt zu ihren Atomkraftwerken und – teils heftig umstrittenen – Neubauprojekten. Ein großes Geschäft, von dem auch die deutsche Nuklearbranche stark profitiert. [...] “Wir sehen die Vorteile der Kernenergie, die CO2-freien Strom erzeugen, und dass wir auf einem wettbewerbsfähigen Kostenniveau sind und einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten können”, erklärt Ralf Güldner auch nach dem Unglück im Interview und warnt vor einem deutschen Alleingang in der Atompolitik.
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Strahlenschutz-Comic-Broschüre der NISA [Nuclear and Industrial Safety Agency, Tokio]

Die japanische Atom-Behörde NISA hat eine comicartige Aufklärungsbroschüre für den atomaren Notfall veröffentlicht. Anhand kleiner Zeichnungen erklärt die NISA darin, wie sich Menschen im Ernstfall verhalten sollen und wie eine Panik vermieden werden kann. | Man kann der Strahlenschutz-Comic-Broschüre der japanischen Atomsicherheitsbehörde (NISA) Verharmlosung vorwerfen, jedoch ist zu befürchten, dass die deutschen Behörden im Ernstfall noch viel weniger brauchbares Informationsmaterial zu bieten hätten. [...]
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Stromausfall im Atomkraftwerk = SuperGAU

Atomkraftwerke produzieren Strom, das ist ihr Job. Trotzdem brauchen sie doppelte und dreifache Notstromaggregate, Ersatzdiesel, Notbatterien und Zusatzakkus. Alleine diese simple, merkwürdige Tatsache sollte einem zu denken geben. Es gibt also einen Moment in der Historie so einer »Störung« wie die Zwischenfälle, gern verharmlost werden, an dem die Energie, die die Kernbrennstäbe massenweise liefern, nicht mehr abgezapft und genutzt werden kann. Stattdessen entgleitet sie in Form atomarer Strahlung und verseucht AKW-Personal, Anwohner, Umgebung, vielleicht ganze Landstriche. Von aussen muss dann Fremdenergie zugeführt werden, um die noch größere Katastrophe zu verhindern. Kühlung, Wasser, Stromleitungen, die neu gelegt werden – all das, was zur Zeit in Japan geschieht. Das Höllenfeuer, würden Apokalyptiker sagen, ist ausser Kontrolle geraten, und richtet sich gegen die Menschen, die es entfacht haben. Leider ist diese Aussage näher an der Realität, als uns lieb sein kann. Techniker wussten schon immer, dass ein Versagen der Notkühlung eines Atomkraftwerks zwangsläufig zum Supergau führen muss. Und die Politik wusste es natürlich auch, ausser wir entschuldigen unsere Politiker mit völliger Dummheit und Ahnungslosigkeit. Aber damit würde man es ihnen zu einfach machen. So dumm sind sie nicht. Nein, sie haben das Risiko einfach in Kauf genommen, und tun es nach wie vor. Und, das ist das einzige, was man zur Entschuldigung der deutschen Politik sagen kann: Nicht nur hierzulande, sondern überall auf der Welt. Donnerstag, 17. März, 9.26 Uhr: Angela Merkel spricht von einer Situation »Äusserster Gefahrenvorsorge« und begründet damit das sofortige [temporäre] Abschalten von sieben deutschen Atomkraftwerken. Vor kurzen noch vehemente Atomkraft-Befürworterin, Laufzeitverlängerung durchgedrückt [die sie auch nicht zurücknehmen will], jetzt »Äusserste Gefahrenvorsorge«. Aha. Ist ja interessant. Hat sich in letzter Zeit an den deutschen Kraftwerken irgendwas verändert? Natürlich nicht, sie sind genauso [un]sicher, wie sie im letzten Herbst waren. Das einzige, was sich verändert hat, ist die politische Opportunität. Nepper, Schlepper, Bauernfänger Das Merkel-Regierung hat das Täuschen, Tricksen und Verschleiern zum Arbeitsprinzip gemacht, das zeigte schon der Fall Guttenberg. Die Strategie jetzt [...]
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Radioaktivitäts-Karte Deutschland des Bundesamtes für Strahlenschutz

Nach den Atomunfällen in Japan wächst bei vielen Bundesbürgern die Sorge über eine Ausbreitung der Radioaktivität bis nach Mitteleuropa. Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach erkundigen sich in diesen Tagen zahlreiche Anrufer nach der Überwachung der Radioaktivität in der Luft über Deutschland, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Gemeinsam mit dem Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) verfügt der Wetterdienst über ein flächendeckendes Netz von Messstationen in Deutschland, die die Radioaktivität messen. (siehe interaktive Karte: Überwachung der Radioaktivität in Deutschland) Nach Angaben des BfS würde ein Transport radioaktiver Partikel von Japan nach Europa freilich mehrere Wochen benötigen. Aufgrund der weiten Entfernung seien aber seriöse meteorologische Prognosen nicht möglich. In der Regel nimmt die Konzentration der radioaktiven Stoffe in der Luft mit wachsender Entfernung, durch den natürlichen Zerfall und Auswaschungen durch Niederschläge ab... [Zitiert nach FAZ.net]
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