Kategorien-Archiv: Kommentare

Unsere tägliche Zäsur gib uns heute und vergib uns unsere Schuld …

So viel »Zäsur« wie heute war noch nie: Gestern abend dreimal in der Tagesschau, später bei »Maischberger« gefühlte 56 mal. »Zäsur« ist das Modewort des Horrors, aber auch des Wechsels. Angela Merkel, die Chefin aller braven Nachplapperer fing damit an. Sie bezeichnete vor der Bundespressekonferenz die Katastrophe in Japan, das Mega-Erdbeben, den Tsunami und den daraus folgenden GAU im Atomkraftwerk als »Zäsur«, wirklich zu recht. Seitdem aber, knapp drei Wochen sind vergangen, hat sich das Wort selbständig gemacht, und penetriert uns, wo es kann. Das zeigt vor allem, wie leicht man Medien mit Begriffen »impfen« kann, seien sie nun angebracht wie in diesem Fall, oder schamlose Euphemismen, was weit häufiger geschieht. Die Zäsur findet inzwischen überall statt: • Der SuperGAU: eine Zäsur • Die Atom-Wende-Wende: eine Zäsur • Der erste grüne Ministerpräsident: eine Zäsur • Die deutsche Enthaltung bei der Libyen-Abstimmung der UNO: eine Zäsur • Euro-»Finanzausgleich«: eine Zäsur • Rückwirkend sogar Guttenberg, und seine Lügen vor dem Bundestag: eine Zäsur ... und so weiter
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Stromausfall im Atomkraftwerk = SuperGAU

Atomkraftwerke produzieren Strom, das ist ihr Job. Trotzdem brauchen sie doppelte und dreifache Notstromaggregate, Ersatzdiesel, Notbatterien und Zusatzakkus. Alleine diese simple, merkwürdige Tatsache sollte einem zu denken geben. Es gibt also einen Moment in der Historie so einer »Störung« wie die Zwischenfälle, gern verharmlost werden, an dem die Energie, die die Kernbrennstäbe massenweise liefern, nicht mehr abgezapft und genutzt werden kann. Stattdessen entgleitet sie in Form atomarer Strahlung und verseucht AKW-Personal, Anwohner, Umgebung, vielleicht ganze Landstriche. Von aussen muss dann Fremdenergie zugeführt werden, um die noch größere Katastrophe zu verhindern. Kühlung, Wasser, Stromleitungen, die neu gelegt werden – all das, was zur Zeit in Japan geschieht. Das Höllenfeuer, würden Apokalyptiker sagen, ist ausser Kontrolle geraten, und richtet sich gegen die Menschen, die es entfacht haben. Leider ist diese Aussage näher an der Realität, als uns lieb sein kann. Techniker wussten schon immer, dass ein Versagen der Notkühlung eines Atomkraftwerks zwangsläufig zum Supergau führen muss. Und die Politik wusste es natürlich auch, ausser wir entschuldigen unsere Politiker mit völliger Dummheit und Ahnungslosigkeit. Aber damit würde man es ihnen zu einfach machen. So dumm sind sie nicht. Nein, sie haben das Risiko einfach in Kauf genommen, und tun es nach wie vor. Und, das ist das einzige, was man zur Entschuldigung der deutschen Politik sagen kann: Nicht nur hierzulande, sondern überall auf der Welt. Donnerstag, 17. März, 9.26 Uhr: Angela Merkel spricht von einer Situation »Äusserster Gefahrenvorsorge« und begründet damit das sofortige [temporäre] Abschalten von sieben deutschen Atomkraftwerken. Vor kurzen noch vehemente Atomkraft-Befürworterin, Laufzeitverlängerung durchgedrückt [die sie auch nicht zurücknehmen will], jetzt »Äusserste Gefahrenvorsorge«. Aha. Ist ja interessant. Hat sich in letzter Zeit an den deutschen Kraftwerken irgendwas verändert? Natürlich nicht, sie sind genauso [un]sicher, wie sie im letzten Herbst waren. Das einzige, was sich verändert hat, ist die politische Opportunität. Nepper, Schlepper, Bauernfänger Das Merkel-Regierung hat das Täuschen, Tricksen und Verschleiern zum Arbeitsprinzip gemacht, das zeigte schon der Fall Guttenberg. Die Strategie jetzt [...]
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Das akribische, mühevolle Plagiat des Karl-Theodor zu Guttenberg

Dreist an Karl-Theodor zu Guttenbergs Verhalten ist nicht, dass er gelogen hat. Wer hätte das nicht schon mal getan. Dreist ist, dass er immer noch lügt. Dass er, wider besseren Wissens vor versammeltem Bundestag die Lüge wiederholt, er hätte »nicht wissentlich« getäuscht, »nicht wissentlich plagiiert«. Das ist angesichts der Ausmaße und Methodik des Plagiats schlechterdings unmöglich. Es ist aber nicht so, dass Karl-Theodor zu Guttenberg sich bei der Abfassung seiner Arbeit keine Mühe gegeben hätte. Im Gegenteil: ein ordentliches Plagiat erfordert gründliche Vorbereitung und eine Menge Arbeit [siehe den amüsanten Artikel »Zum erfolgreichen Plagiat in zehn einfachen Schritten«, von Professor Dr. Roland Schimmel, unten]. Und ein »ordentliches Plagiat« war es, sonst hätte Karl-Theodor zu Guttenberg damit nicht seinen Doktorvater übertölpeln können und sogar ein »Summa cum laude« für die Arbeit einfahren. Eine Politikerin aus Guttenbergs Wahlkreis, die ihn gut kennt, charakterisiert ihn so: »Er will alles immer besonders gut machen.« Das scheint mir die richtige Erklärung zu sein für das überwältigende Plagiatentum, das in »abstrusem« Maße alle bisher gekannten Grenzen sprengt. Und Guttenberg ging dabei mit einer Chuzpe vor, die fast schon wieder bewundernswert ist. Denn die Textstellen aus derart leicht zugänglichen Texten zusammenzukopieren und zusammenzuflicken, ist ein Vabanquespiel, das nur jemand macht, der sich für unangreifbar hält. Dass dieses Plagiat niemals auffliegt, hat sicher nicht einmal Karl-Theodor zu Guttenberg gedacht. Aber er hat vermutlich ganz sorgsam die Promotionsordnung der Universität Bayreuth studiert, in der es in Paragraph 16 (3) heißt: »Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zur Promotion nicht erfüllt, ohne dass der Kandidat hier- über täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung der Urkunde bekannt, so wird dieser Mangel durch das Bestehen der Doktorprüfung geheilt.« Aussenden ist eine fünfjährige Verjährungsfrist vorgesehen. [...]
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Warum der Fall Guttenberg eine neue Dimension der politischen Lüge eröffnet

Der Fall Guttenberg ist anders: Es geht nicht um Glauben, sondern um Wissen. Jeder, der sich damit beschäftigt hat, weiß, dass Guttenberg nicht nur gelogen hat, sondern immer noch lügt, wenn er behauptet, er hätte »unabsichtlich« hunderte fremder Textstellen kopiert, also unwissentlich plagiiert. Das kann im Internet durch bloßen Textvergleich jeder nachprüfen, der es will. Es stehen also glasklare Tatsachen im Raum, vor denen jeder Lügner der »alten Schule« eingeknickt wäre. Mit Guttenberg unterstützt seine Partei also nicht eine versteckte oder strategische politische Lüge, wie sie in der Politik (s.o) schon mal vorkommt. Sondern eine offensichtliche, die jedermann ins Gesicht springt. Genauso könnten der Verteidigungsminister und seine Partei behaupten, die Erde sei eine Scheibe, und dann verlangen, dass dies ab sofort als bare Münze genommen wird, und die Lehrbücher umgeschrieben werden. So ein Umgang mit der Wahrheit ist nicht nur »abstrus«, er ist schockierend. Man kennt so etwas, so eine blanke und dreiste Volksverdummung und Täuschung bisher eigentlich nur aus Diktaturen oder halbgaren Demokratien, die hierzulande auch gern mal »Bananenrepubliken« genannt werden. In Systemen also, in denen es keine Transparenz, und keine Möglichkeit für den einzelnen Bürger gibt, sich ein Bild zu machen. Dort können sich die Herrschenden so etwas noch leisten. Wir leben aber in einer anderen Welt, in einer Welt der Medien, des Internets, der Vernetzung und des freien Informationsflusses. Aus diesem Grund wird der Fall Guttenberg hier nicht zu Ende sein. [...]
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Elf Jahre einvernehmlicher Sex, und dann Vergewaltigung | Das geht nur mit dem Soziopathen von nebenan

Das Buch 'Der Soziopath von nebenan' von Martha Stout ist zur Zeit bei amazon und den meisten anderen Online-Buchhändlern ausverkauft. Die prominenteste Unbekannte des Landes, das mutmaßliche Kachelmann-Opfer Simone W./Sabine W. (so die von vielen Medien benutzten Tarnnamen) hielt sich dieses Buch neulich bei der Autofahrt ins Gericht schützend vor das Gesicht, um nicht fotografiert zu werden. Aufgeklappt und bestens sichtbar. In Ermangelung anderer Fakten thematisierten sofort alle Medien das Buch. Der beste PR-Effekt, der dem Wiener Springer Verlag hatte passieren können. Die Zukunft sieht nun so aus: Presseabteilungen von Buchverlagen bestücken aufmerksamkeitsträchtige Angeklagte regelmäßig mit ihren neuesten Publikationen, zur medienwirksamen Beschirmung. Ja, vielleicht werden sogar Buchtitel speziell für diesen Zweck auf den Markt gebracht: 'Die Fahrt ins Gericht' wäre ein schöner Titel. – Doch Spaß beiseite. [...]
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Das sich selbst reproduzierende Web

Woche des Internets: Das Babyface von facebook, Mark Zuckerberg (26 & Big Boss) verpasste seinem milliardenschweren Baby ein neues Outfit, und Tageszeitungen landauf, landab berichten andächtig darüber, hier ein Beispiel aus der abendzeitung. Einen Tag später: Die Tagesschau höchstselbst schenkt google Sendeplatz zur besten Zeit für eine Produktpräsentation: der Dienst buzz wird lang und breit vorgestellt. -- Es ist irgendwie symptomatisch für die Haltung der 'etablierten' Medien den neuen, hippen und schnellen gegenüber: Einerseits starrt man andächtig darauf und bläst jedes Husten zu einer Medien-Sensation auf (ich erinnere an die Twitter-Hörigkeit vieler Journalisten zu Beginn des Dienstes). Andererseits aber ist man sauertöpfisch-skeptisch und schaut als 'seriöser' Journalist naserümpfend auf das Millionenheer der schlampigen Blogger herunter. Auf jeden Fall ist die Verunsicherung groß. Kein Wunder. Quo Vadis Medienlandschaft? Niemand weiß es. [...]
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Die Abzock-Kicker

Folgendes Szenario: In Zeiten von Firmenschwund und Massenarbeitslosigkeit werden Sie zum Chef gerufen, um über Ihre berufliche Perspektive zu sprechen. Es geht um die Verlängerung ihres Arbeitsvertrages, die demnächst ansteht. Nach ein wenig Wortgeplänkel offerieren Sie Ihrem Chef großzügig: Ist ok, ich unterschreibe den Vertrag, allerdings gegen eine kleine Gebühr: eine Signing Fee in Höhe eines läppischen Jahresgehalts. Haha. Witzig, oder? Was für normale Arbeitnehmer nur ein schräger Traum ist, war für Herrn Bierhoff und Herrn Löw selbstverständliche Realität. In bester Banker-Manier zogen sie vor den DFB, um mehr Geld herauszuleiern. Man kann nur sagen: Gut, dass das nicht unter den Teppich gekehrt wurde und klammheimlich über die Bühne ging, sondern aufflog. Denn eigentlich müsste es doch für jeden Trainer erstmal eine Ehre sein, die deutsche Fussballnationalmannschaft zu coachen. Da sollte man nicht derart zocken. [...]
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In dubio pro salutate

Es ist schon ein wenig merkwürdig: Zuerst will man alle Deutschen zur Schweinegrippe-Impfung peitschen, aber sie wollen nicht so recht. Dann haben die Panikmeldungen endlich ihr Ziel erreicht und die Bürger überrennen ihre Ärzte mit der Bitte nach einem Impftermin. Und nun zeigt sich: Es gibt gar nicht genug Impfstoff. Laut Hersteller Glaxo SmithKline (braut Pandemrix), wird es bis zum Februar oder März dauern, bis die versprochene (und bezahlte) Menge zur Verfügung steht. Die Frage ist nur: Braucht man die Impfung dann überhaupt noch? So wie es scheint, durchzieht das Virus schleichend aber unaufhaltsam die ganze Bevölkerung. Und damit passiert eine "natürliche Impfung" mittels Duchmachen der Krankheit. Was aber geschieht, wenn einmal ein wirklich gefährlicher Erreger sein Unwesen treibt? Verweisen die Pharmafirmen dann auf das "Survival of the fittest"?. Und sagen: Jetzt impfen wir halt die Übriggebliebenen, obwohl die es gar nicht mehr brauchen [...]
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Wie Google unliebsame Websites ausknipst | Reden wir über Zensur?

Sie fragen sich vielleicht, warum textundtext seit fast zwei Monaten schweigt und es keine neuen Artikel mehr gibt. Der Grund dafür ist, dass diese Seite Anfang April fast vollständig aus dem Suchindex von Google verschwand. Die Zufriffszahlen gingen sofort massiv zurück. Es macht aber deutlich mehr Spaß, für 3000 Leser am Tag zu schreiben als für bestenfalls einige Dutzend. Das ist der Grund für die Lähmung von textundtext.de. Dahinter aber steckt offensichtlich ein bösartiger Eingriff von Google. - Am 8. April 2009, vormittags, hatte Google Schluckauf, verschüttete seinen Kaffee und kippte ein sensibles Hebelchen, wodurch meine Website www.textundtext.de quasi aus dem Netz gelöscht wurde." War es so in der Art? Tatsache ist aber auch, dass es auf meiner Site schon öfters Google-kritische Artikel gab, etwa: "Rechtsexperte: Google verstößt eindeutig gegen geltendes Recht":http://www.textundtext.de/aktuelles/rechtsexperte-google-verstoesst-eindeutig-gegen-geltendes-recht.html oder: "Google spinnt und die Online-Welt dreht durch":http://www.textundtext.de/aktuelles/google-spinnt-und-die-onlinewelt-dreht-durch.html Grund, eine Website aus dem Netz zu verbannen? Das glaubt doch kein Mensch. Es gibt ja tatsächlich Netz-Aktivitäten, die Google zu Recht dazu veranlassen, eine Seite zurückzustufen oder ganz aus dem Netz zu verbannen. Also SEO-(Search Engine Optimization)-**Manipulationen** aller Art, Link-Farming usw. ich kenne mich da nicht so aus. Sie können mir glauben, dass mein Webmaster und ich das inzwischen hundertfach gegengecheckt und ausgeschlossen haben. [...]
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Abwrack-Chaos: Politik lässt Bürger gegen tumbe Behörde rennen

Ein kleiner, aber schneller Artikel zur Online-Beantragung der Abwrackprämie war der Auslöser. Inzwischen haben Hunderte von Lesern hier ihre Kommentare zum unglaublichen **Abwrack-Chaos** hinterlassen, Leser Harry Pohlmann bringt es für viele auf den Punkt: _"Was sind das nur für Leute, die scheinbar keinen Sinn für Volkswirtschaft haben. Wieviel Stunden sind hier ohne Not in in den Sand gesetzt worden? - Auch die Volkszeitung _BILD_ stellte sich diesmal ziemlich dumm an: Statt sich darüber aufzuregen, dass vom BAFA dem Normalbürger ohne weitere Erklärung ein "PDF"-Dokument abverlangt wird, ging sie am Dienstag hin, und erklärte über 20 Zeilen, wie man sich ein solches selber herstellt. Da fragt sich: Sind die Bürger jetzt zu Dienstleistern für gedankenträge Behördensitzer geworden? Wird man zukünftig für die Beantragung eines Reisepasses verlangen: Scannen Sie Ihren Antrag ein und schicken Sie uns per Twitter einen Link zu einem auf einem Server ihrer Wahl gespeicherten Datei. Sie wissen nicht, was ein Link, ein Server und Twitter ist? Selber schuld." **Leute, gehts eigentlich noch?** **Arbeitsstunden ohne Ende gehen drauf** In Hunderten von Leserbriefen beschwerten sich die User alleine auf meiner Website hier: "Stunden über Stunden wertvoller Arbeitszeit mit dem Bafa-Formular vor dem Computer vertan". Dann: Daten vertauscht, Datenschutz gebrochen. Und, bei denen die schon beantragt haben: Endloses warten auf die Zahlung, Verschuldung beim Händler, Bafa nicht erreichbar, nicht ansprechbar. **Behörde pur. **
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Ordensträger Zumwinkel wartet auf seinen ‘Deal’

Muss Zumwinkel sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben?" fragt BILD. Bei einer Haftstrafe von mehr als einem Jahr, auch auf Bewährung, sollte nämlich per Gesetz ein Entziehungsverfahren eingeleitet werden: denn Ordensträger sind zu einem ehrbaren Verhalten verpflichtet. -- Ich fürchte: Nein. -- Noch ist die "Bonzenrepublik" der Nachkriegszeit nicht ganz in der Gegenwart angekommen. Nach wie vor wird geklüngelt und geschachert was das Zeug hält -- über alle Parteigrenzen hinweg. So wird sich sicher für Zumwinkel wieder ein Schlupfloch finden, oder man wird die Frage diskret übergehen. -- Ein radikaler Schnitt ist in Deutschland in weiter Ferne.** Auch deshalb schauen viele so sehnsüchtig nach USA. Und Evelyn Holst (ebenfalls in derselben Ausgabe der BILD!) schmachtet sogar: "Warum gibt es so einen Traumprinzen nicht auch in der Deutschen Politik?
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Maybrit Illner, eine stimulierte Sense und ein krakeelender Kienzle

Spät abends sitzt dann ein Ulrich Kienzle bei Maybritt Illner und zetert gegen die Aufnahme der Deutschen Sprache ins Grundgesetz. Er, offensichtlich inzwischen ein pensionierter Journalist, der meint, sich nicht mehr benehmen zu müssen, wettert und krakeelt gegen den neben ihm sitzenden CDU-Mann Bosbach, der doch nur eine Selbstverständlichkeit will: Ins Grundgesetz reinschreiben, dass in Deutschland auch Deutsch gesprochen wird. So wie es entsprechend in Dutzenden anderen Ländern auch gemacht wird.
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Geld, Banken, Autos und die Logik der Politik

Die Lehre, die wir aus den letzten Wochen ziehen können, heißt: Wer Milliarden verballert, darf noch mehr verballern, wer spart, ist der Trottel.** Nachdem die Banken im letzten Jahr Aberhunderte von Milliarden Euros und Dollars verbrannt haben, werden Sie von den Regierungen in Windeseile aufgepäppelt und mit frischen Geldinfusionen versorgt. Sie sind wichtig fürs System, klar. Und nicht zu vergessen: wenn sie zusammenkrachen würden, wäre auch das Geld unserer Politiker - futsch. Ein solches totales Finanzinferno würde am meisten die treffen, die einen Haufen Geld auf der Bank haben. Deshalb haben sich unsere Politiker ausnahmsweise mal beeilt.**Als nächstes klopfte die Autoindustrie an die Tür von Frau Merkel: "Wir brauchen Geld. Eine Finanzspritze! Wir müssen innovative Produkte entwickeln! Kohle her!" Ganz schön dreist. Aber auch verständlich. Wenn die Banken derart gepampert werden, warum nicht wir? Denkt sich der Auto-Manager.
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Klinsmanns Psychoterror

Was Klinsmann da praktiziert, ist Psychoterror erster Güte, und es wäre nicht verwunderlich, wenn er es ganz bewusst macht. Er will, dass sich die Mannschaft neu konstituiert, dass sich eine neue Führungscrew herauskristallisiert. Der Leitwolf, seine bissigen Stellvertreter und das Rudel. Das aber kann eine Weile dauern. Da sind nämlich eine Menge hochkarätige Spieler versammelt, und hinter den Kulissen dürfte ein ähnliches Hauen und Stechen stattfinden, wie bei der guten alten CSU (obwohl da keine hochkarätigen Spieler versammelt sind).
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Kurt Beck: Bräsig-Faktor 100, Obama-Faktor Null. Müntefering 80:20

Kurt Beck: Bräsig-Faktor 100, Obama-Faktor Null. Müntefering 80 : 20 Beck - O Schreck, alarmte aufgeregt mein persönlicher politischer Wetterfrosch, als die Sozialdemokraten den Pfälzer zu Ihrem neuen Parteivorsitzenden erhoben. Und weiter jammerte er: „Wie kann man einen zur Spitzenfigur machen, der sämtliche (Un)Tugenden eines deutschen Politikers wie kein Zweiter auf sich vereint: Bräsigkeit, Langeweile, bürokratische Ausdrucksweise, Umständlichkeit, betuliches großväterliches Gehabe - und dann noch ausgestattet mit Sessel-Klettstellen an der Hose? Die arme alte Tante SPD polierte ihr Image mit Beck sauber auf - in Richtung behäbiger alter Onkel. Kurt Beck mag ein guter, vielleicht sogar ein authentischer Mensch sein. Aber das ist mein Nachbar auch. Von einem Politiker sollte man das erwarten - keine Frage. Nichts ödete so sehr wie die durchschaubaren Lügen eines Gerhard Schröder. Aber ein Spitzenpolitiker muss noch viel mehr sein als ein guter Mensch. Er muss mitreissen. Gähn, was? Kurt Beck? Uaah, bin ich müüdee... Wie es anders gehen kann, zeigte Barak Obama.
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