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Elf Jahre einvernehmlicher Sex, und dann Vergewaltigung | Das geht nur mit dem Soziopathen von nebenan
By autor on Oktober 27, 2010
Das Buch ‘Der Soziopath von nebenan’ von Martha Stout ist zur Zeit bei amazon und den meisten anderen Online-Buchhändlern ausverkauft. Die prominenteste Unbekannte des Landes, das mutmaßliche Kachelmann-Opfer Simone W./Sabine W. (so die von vielen Medien benutzten Tarnnamen) hielt sich dieses Buch neulich bei der Autofahrt ins Gericht schützend vor das Gesicht, um nicht fotografiert zu werden. Aufgeklappt und bestens sichtbar. In Ermangelung anderer Fakten thematisierten sofort alle Medien das Buch. Der beste PR-Effekt, der dem Wiener Springer Verlag hatte passieren können. Die Zukunft sieht nun so aus: Presseabteilungen von Buchverlagen bestücken aufmerksamkeitsträchtige Angeklagte regelmäßig mit ihren neuesten Publikationen, zur medienwirksamen Beschirmung. Ja, vielleicht werden sogar Buchtitel speziell für diesen Zweck auf den Markt gebracht: ‘Die Fahrt ins Gericht’ wäre ein schöner Titel. – Doch Spaß beiseite. [...]
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Er sagte: „Sex ist eine Naturkraft“ | Bye Bye Oswalt Kolle!
By autor on Oktober 1, 2010
Wenn man heute junge Leute fragt, wer Oswalt Kolle war, können die meisten mit diesem Namen nichts anfangen. Aufgeklärt wird heute durch die neueste iPod-App, durch Internet-Seiten, sexistische Rapper-Texte und den Schulhof … Diejenigen, die sich noch an Kolle erinnern, assoziieren mit ihm etwas altbackene, manchmal moralinsaure schwarz-weiß Aufklärungsfilme, in denen ein seriöser Sprecher aus dem Off den Sex und die Liebe erklärt. Heute mag das so scheinen, für diejenigen, die sich noch nie richtig mit dem Thema beschäftigt haben. In Wirklichkeit war es ganz anders. [...]
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Hat uns die Emanzipation ins Elend geführt? Verblöden wir und sterben aus? Lesen und staunen.
By autor on Mai 31, 2010
Kürzlich gab ich ein Interview, das später mit der Überschrift ‘Die Gleichmacherei der Emanzipationsbewegung war Murks’ erschien – und dabei bei manchen ‘modernen’ Frauen in meinem Bekanntenkreis Naserümpfen auslöste. Sicher, die Aussage ist arg plakativ. Natürlich hatte die Emanzipation auch viele positive Effekte. Unsere ganze Gesellschaft, wie wir sie kennen, ist inzwischen darauf gegründet. Das politisch (emanzipatorisch) Korrekte ist heute der Gesellschaft unter die Haut gepflanzt. [...]
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Wer bin ich, und wenn ja, was lese ich über die Liebe?
By autor on September 14, 2009
Wer sich mit der Liebe und ihren komplexen Nebenphänomenen beschäftigt, kommt zur Zeit an einem Buch kaum vorbei: Richard David Prechts Bestseller „Liebe – ein unordentliches Gefühl”. Also landete das Liebes-Epos schließlich auch auf meinem Schreibtisch. Und beim Lesen stellte sich dann bei mir tatsächlich ein verwirrendes, unordentliches Gefühl ein. Allerdings nicht so, wie es der Buchtitel meint. Erst nach der Lektüre eines weit besseren Buches eines anderen Autors wurde mir klar, warum: Prechts Buch ist wie ein aus Hecken geschnittenes Labyrinth mit Verwirr-Garantie: Gelegentlich sieht man den Kopf des Autors an einer Stelle herausragen und er ruft: „Hier ist die Wahrheit”. Kämpft man sich dann mühsam zu dem Punkt vor, hat sich Precht schon wieder aus dem Staub gemacht, reckt den Kopf anderswo übers Gestrüpp und ruft: „Ätsch, war nicht so gemeint. Hier ist die Wahrheit.” So gehts fort und fort und man wird vom Autor durchs Buch gelockt und getrieben, von einer Schein-Erkenntnis zur nächsten. [...]
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Flirt-Wissen | Der Liebesbrief – durch keine Email zu ersetzen
By autor on September 14, 2009
Ja, ich weiß, ich befinde mich hier auf einer Website, die in der virtuellen Welt verankert ist. Von gesichtslosen Servern gehostet, von undurchschaubaren Stromkreisen gepowert. Gerade deshalb aber will ich an ein Stück Liebeskultur erinnern, das ohne Touchpad, Smartphone und Email funktioniert: Der Liebesbrief. Ein Liebesbrief ist, im gelungenen Fall, eine literarische Kunstform. Die Besonderheit: er wendet sich üblicherweise nur an einen einzigen Menschen. Dennoch kann mehr Gefühl drinstecken, als in einem 1000-Seiten-Roman, der auf der Bestsellerliste steht. Und das wirft die Angebetete (oder den Begehrten) einfach um. Das war zu Zeiten des ersten Liebesbrief-Ghostwriters Cyrano de Bergerac nicht anders, als heute. Liebesbriefe schienen vor 15 Jahren fast ausgestorben zu sein, heute erleben sie aber tatsächlich als Gegenbewegung zur Häppchen- und Schnipsel-Kommunikation per SMS eine Renaissance. Im Internet finden Sie neuerdings haufenweise Ghostwriting-Agenturen, die Ihre Dienste als professionelle Liebesbrief-Schreiber anbieten. Und sogar kostenlose „Liebesbrief-Generatoren”, die nach Eingabe einiger Kerninformationen auf Knopfdruck Standard-Liebesbriefe auswerfen, gibt es.
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Staatsverschuldung der EU-Länder [in % des BIP]
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Die Kommission »Selbstkontrolle in der Wissenschaft« der Universität Bayreuth
hat ihren Abschlussbericht in der Sache Guttenberg vorgelegt.
➙ hier Downloaden
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So viel »Zäsur« wie heute war noch nie: Gestern abend dreimal in der Tagesschau, später bei »Maischberger« gefühlte 56 mal. »Zäsur« ist das Modewort des Horrors, aber auch des Wechsels.
Angela Merkel, die Chefin aller braven Nachplapperer fing damit an. Sie bezeichnete vor der Bundespressekonferenz die Katastrophe in Japan, das Mega-Erdbeben, den Tsunami und den daraus folgenden GAU im Atomkraftwerk als »Zäsur«, wirklich zu recht. Seitdem aber, knapp drei Wochen sind vergangen, hat sich das Wort selbständig gemacht, und penetriert uns, wo es kann. Das zeigt vor allem, wie leicht man Medien mit Begriffen »impfen« kann, seien sie nun angebracht wie in diesem Fall, oder schamlose Euphemismen, was weit häufiger geschieht.
Die Zäsur findet inzwischen überall statt:
• Der SuperGAU: eine Zäsur
• Die Atom-Wende-Wende: eine Zäsur
• Der erste grüne Ministerpräsident: eine Zäsur
• Die deutsche Enthaltung bei der Libyen-Abstimmung der UNO: eine Zäsur
• Euro-»Finanzausgleich«: eine Zäsur
• Rückwirkend sogar Guttenberg, und seine Lügen vor dem Bundestag: eine Zäsur
... und so weiter
Veröffentlicht in Kommentare, Übers Schreiben Getagged Kerner, Lanz, Maischberger, Miosga, n24, ntv, Phoenix, Plasberg, tagesschau, tagesthemen, Will 1 Kommentar
Phoenix-Doku »Das verdraengte Risiko«: Selbst nach dem Unglück in Japan bekennen sich Regierungschefs in aller Welt zu ihren Atomkraftwerken und – teils heftig umstrittenen – Neubauprojekten. Ein großes Geschäft, von dem auch die deutsche Nuklearbranche stark profitiert. [...] “Wir sehen die Vorteile der Kernenergie, die CO2-freien Strom erzeugen, und dass wir auf einem wettbewerbsfähigen Kostenniveau sind und einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten können”, erklärt Ralf Güldner auch nach dem Unglück im Interview und warnt vor einem deutschen Alleingang in der Atompolitik.
Die japanische Atom-Behörde NISA hat eine comicartige Aufklärungsbroschüre für den atomaren Notfall veröffentlicht. Anhand kleiner Zeichnungen erklärt die NISA darin, wie sich Menschen im Ernstfall verhalten sollen und wie eine Panik vermieden werden kann. | Man kann der Strahlenschutz-Comic-Broschüre der japanischen Atomsicherheitsbehörde (NISA) Verharmlosung vorwerfen, jedoch ist zu befürchten, dass die deutschen Behörden im Ernstfall noch viel weniger brauchbares Informationsmaterial zu bieten hätten. [...]
Veröffentlicht in Aktuelles Getagged Atom-Comic, Japan, Manga, NISA, Sicherheit, Strahlenschutz-Comic, Strahlung Kommentieren
Atomkraftwerke produzieren Strom, das ist ihr Job. Trotzdem brauchen sie doppelte und dreifache Notstromaggregate, Ersatzdiesel, Notbatterien und Zusatzakkus. Alleine diese simple, merkwürdige Tatsache sollte einem zu denken geben.
Es gibt also einen Moment in der Historie so einer »Störung« wie die Zwischenfälle, gern verharmlost werden, an dem die Energie, die die Kernbrennstäbe massenweise liefern, nicht mehr abgezapft und genutzt werden kann. Stattdessen entgleitet sie in Form atomarer Strahlung und verseucht AKW-Personal, Anwohner, Umgebung, vielleicht ganze Landstriche. Von aussen muss dann Fremdenergie zugeführt werden, um die noch größere Katastrophe zu verhindern. Kühlung, Wasser, Stromleitungen, die neu gelegt werden – all das, was zur Zeit in Japan geschieht.
Das Höllenfeuer, würden Apokalyptiker sagen, ist ausser Kontrolle geraten, und richtet sich gegen die Menschen, die es entfacht haben. Leider ist diese Aussage näher an der Realität, als uns lieb sein kann.
Techniker wussten schon immer, dass ein Versagen der Notkühlung eines Atomkraftwerks zwangsläufig zum Supergau führen muss. Und die Politik wusste es natürlich auch, ausser wir entschuldigen unsere Politiker mit völliger Dummheit und Ahnungslosigkeit. Aber damit würde man es ihnen zu einfach machen. So dumm sind sie nicht. Nein, sie haben das Risiko einfach in Kauf genommen, und tun es nach wie vor. Und, das ist das einzige, was man zur Entschuldigung der deutschen Politik sagen kann: Nicht nur hierzulande, sondern überall auf der Welt.
Donnerstag, 17. März, 9.26 Uhr: Angela Merkel spricht von einer Situation »Äusserster Gefahrenvorsorge« und begründet damit das sofortige [temporäre] Abschalten von sieben deutschen Atomkraftwerken.
Vor kurzen noch vehemente Atomkraft-Befürworterin, Laufzeitverlängerung durchgedrückt [die sie auch nicht zurücknehmen will], jetzt »Äusserste Gefahrenvorsorge«. Aha. Ist ja interessant. Hat sich in letzter Zeit an den deutschen Kraftwerken irgendwas verändert? Natürlich nicht, sie sind genauso [un]sicher, wie sie im letzten Herbst waren. Das einzige, was sich verändert hat, ist die politische Opportunität.
Nepper, Schlepper, Bauernfänger
Das Merkel-Regierung hat das Täuschen, Tricksen und Verschleiern zum Arbeitsprinzip gemacht, das zeigte schon der Fall Guttenberg. Die Strategie jetzt [...]
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Nach den Atomunfällen in Japan wächst bei vielen Bundesbürgern die Sorge über eine Ausbreitung der Radioaktivität bis nach Mitteleuropa. Beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach erkundigen sich in diesen Tagen zahlreiche Anrufer nach der Überwachung der Radioaktivität in der Luft über Deutschland, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Gemeinsam mit dem Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) verfügt der Wetterdienst über ein flächendeckendes Netz von Messstationen in Deutschland, die die Radioaktivität messen. (siehe interaktive Karte: Überwachung der Radioaktivität in Deutschland)
Nach Angaben des BfS würde ein Transport radioaktiver Partikel von Japan nach Europa freilich mehrere Wochen benötigen. Aufgrund der weiten Entfernung seien aber seriöse meteorologische Prognosen nicht möglich. In der Regel nimmt die Konzentration der radioaktiven Stoffe in der Luft mit wachsender Entfernung, durch den natürlichen Zerfall und Auswaschungen durch Niederschläge ab... [Zitiert nach FAZ.net]
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Dreist an Karl-Theodor zu Guttenbergs Verhalten ist nicht, dass er gelogen hat. Wer hätte das nicht schon mal getan. Dreist ist, dass er immer noch lügt. Dass er, wider besseren Wissens vor versammeltem Bundestag die Lüge wiederholt, er hätte »nicht wissentlich« getäuscht, »nicht wissentlich plagiiert«. Das ist angesichts der Ausmaße und Methodik des Plagiats schlechterdings unmöglich.
Es ist aber nicht so, dass Karl-Theodor zu Guttenberg sich bei der Abfassung seiner Arbeit keine Mühe gegeben hätte. Im Gegenteil: ein ordentliches Plagiat erfordert gründliche Vorbereitung und eine Menge Arbeit [siehe den amüsanten Artikel »Zum erfolgreichen Plagiat in zehn einfachen Schritten«, von Professor Dr. Roland Schimmel, unten]. Und ein »ordentliches Plagiat« war es, sonst hätte Karl-Theodor zu Guttenberg damit nicht seinen Doktorvater übertölpeln können und sogar ein »Summa cum laude« für die Arbeit einfahren.
Eine Politikerin aus Guttenbergs Wahlkreis, die ihn gut kennt, charakterisiert ihn so: »Er will alles immer besonders gut machen.« Das scheint mir die richtige Erklärung zu sein für das überwältigende Plagiatentum, das in »abstrusem« Maße alle bisher gekannten Grenzen sprengt. Und Guttenberg ging dabei mit einer Chuzpe vor, die fast schon wieder bewundernswert ist. Denn die Textstellen aus derart leicht zugänglichen Texten zusammenzukopieren und zusammenzuflicken, ist ein Vabanquespiel, das nur jemand macht, der sich für unangreifbar hält.
Dass dieses Plagiat niemals auffliegt, hat sicher nicht einmal Karl-Theodor zu Guttenberg gedacht. Aber er hat vermutlich ganz sorgsam die Promotionsordnung der Universität Bayreuth studiert, in der es in Paragraph 16 (3) heißt: »Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zur Promotion nicht erfüllt, ohne dass der Kandidat hier- über täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung der Urkunde bekannt, so wird dieser Mangel durch das Bestehen der Doktorprüfung geheilt.« Aussenden ist eine fünfjährige Verjährungsfrist vorgesehen. [...]
Der Fall Guttenberg ist anders: Es geht nicht um Glauben, sondern um Wissen. Jeder, der sich damit beschäftigt hat, weiß, dass Guttenberg nicht nur gelogen hat, sondern immer noch lügt, wenn er behauptet, er hätte »unabsichtlich« hunderte fremder Textstellen kopiert, also unwissentlich plagiiert. Das kann im Internet durch bloßen Textvergleich jeder nachprüfen, der es will. Es stehen also glasklare Tatsachen im Raum, vor denen jeder Lügner der »alten Schule« eingeknickt wäre.
Mit Guttenberg unterstützt seine Partei also nicht eine versteckte oder strategische politische Lüge, wie sie in der Politik (s.o) schon mal vorkommt. Sondern eine offensichtliche, die jedermann ins Gesicht springt. Genauso könnten der Verteidigungsminister und seine Partei behaupten, die Erde sei eine Scheibe, und dann verlangen, dass dies ab sofort als bare Münze genommen wird, und die Lehrbücher umgeschrieben werden. So ein Umgang mit der Wahrheit ist nicht nur »abstrus«, er ist schockierend. Man kennt so etwas, so eine blanke und dreiste Volksverdummung und Täuschung bisher eigentlich nur aus Diktaturen oder halbgaren Demokratien, die hierzulande auch gern mal »Bananenrepubliken« genannt werden. In Systemen also, in denen es keine Transparenz, und keine Möglichkeit für den einzelnen Bürger gibt, sich ein Bild zu machen. Dort können sich die Herrschenden so etwas noch leisten.
Wir leben aber in einer anderen Welt, in einer Welt der Medien, des Internets, der Vernetzung und des freien Informationsflusses. Aus diesem Grund wird der Fall Guttenberg hier nicht zu Ende sein. [...]
von Armgard Seegers
Los Angeles. Vor ihm gab es das praktisch gar nicht: Einen deutschen Filmproduzenten der Nachkriegsjahre, der erfolgreiche Filme machte, die auch noch gut waren. Es gab Horst Wendtland mit seinen Winnetou-Streifen, Franz Seitz mit den "Lümmel"-Filmen oder Franz Marischka mit seiner "Schlagerparade". Aber einen jungen, alerten, wagemutigen Produzenten, der Qualität wollte, ohne auf Kasse zu verzichten, den gab es in Deutschland erst wieder mit Bernd Eichinger. Das Wunderkind, den Wagemutigen, den Lebemann, den Produzenten in Turnschuhen, der Kunst mit Kommerz verband und der für alle ziemlich bald "Der Bernd" war. Bernie allenfalls. Denn an Bernd kam niemand vorbei.
mehr...
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Eine ganz normale Meldung vom heutigen Tag: Rom. Vor der Küste Nigerias ist ein unter italienischer Fahne fahrender Tanker von Piraten überfallen worden. Wie die italienische Küstenwache am Dienstag weiter mitteilte, raubten die Angreifer die Besatzung aus und nahmen dann drei philippinische Crewmitglieder als Geiseln mit an Land. Über das Schicksal der Entführten sei nichts bekannt, hieß es weiter. Drei Italiener, darunter der Kapitän, und 16 weitere Philippiner seien an Bord zurückgelassen worden. (RP-Online, 12. Januar 2010)
Das Jahr 2010 sah nicht nur den Kachelmann Prozess, sondern auch noch einige weitere spektakuläre Gerichtsverfahren. (Hier die Liste der spektakulärsten Prozesse 2010). Am bemerkenswertesten aber: Zum ersten Mal seit Hunderten von Jahren gab es wieder Prozesse gegen Piraten. Einer fand im US Bundesstaat Virginia statt, der andere in Hamburg. Angeklagt waren somalische Seeräuber, die vor der Küste ihres Landes Containerfrachter kapern und ausrauben. Hierzulande war es der erste Piratenprozess seit dem ausgehenden Mittelalter. Zehn somalische Piraten hatten am 5. April 2010, Ostermontag, den deutschen Containerfrachter »MV Taipan« rund 500 Seemeilen vor der Küste ihres Heimatlandes angegriffen und geentert.
Wenige Stunden später eilt die holländische Fregatte »Tromp« zu Hilfe, die einen Notruf aufgefangen hatte. Marinesoldaten befreien nach kurzem Schusswechsel das Schiff und nehmen die zehn Männer gefangen. Als Beweismittel sichern die Holländer fünf AK 47 (Kalaschnikow), zwei Raketenwerfer, große Mengen an Munition und zwei Enterleitern sowie Enterhaken. Reale Piraterie im Jahr 2010. Doch auch Hollywood liegt nicht schlecht im Trend: Der vierten Teil des Film »Fluch der Karibik« kommt im Juni 2011 in die deutschen Kinos. Johnny Depp darin als schusslig-schlauen Käpt´n Jack Sparrow. Und ein »echter Pirat«, der berüchtigte Edward Teach (1680 – 1718), genannt Blackbeard, der für Jack Sparrows Filmrivalen Pate stand. Die Piraterie lebt, in der Realität und im Kino, und ist heute, so scheint es, präsent wie schon lange nicht mehr.
Grund genug, sich das Phänomen 'Piraterie' einmal näher anzuschauen, was ich zusammen mit zwei Kollegen getan habe. Daraus ist dann sogleich ein Buch entstanden: Das wahre Piraten Buch - The Buccaneers of America, mit den wahren Piratengeschichte des Alexandre Olivier Exquemelin, die er um 1670 in der Karibik erlebte, und mit kommentierenden Beiträgen von Caroline Fetscher, James Hamilton Paterson und mir. Wenn auch Sie mehr über das Phänomen Piraterie erfahren wollen, und was es heute noch bedeutet, ein klare Kaufempfehlung von mir, versteht sich!
Veröffentlicht in Reisen & Meer Getagged Alexandre O. Exquemelin, Blackbeard, Caroline Fetscher, Das wahre Piraten Buch, Edward Teach, Jack Sparrow, James Hamilton-Paterson, Johnny Depp, Piraterie, Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides, Seeräuber, The Buccaneers of America, The Pirates of Panama Kommentieren
Jeder redet von eBooks: eBooks auf dem Kindle, eBooks auf dem iPad, eBooks auf dem iPhone. eBooks überall. Da mutet es romantisch an, wenn eine kaum bekannte Funktion der Wikipedia, der Buch-Generator, es ermöglicht, den genau umgekehrten Weg zu gehen: Aus bislang rein digital vorliegenden Daten werden anfassbare, schöne Bücher geschaffen, mit edlem Einband – „handgebunden“ – und in Farbdruck. Das ist das PediaPress-Buch.
Durch eine Kooperation mit Wikipedia und eine clevere Internet-Bedienoberfläche schafft der Mainzer Hersteller PediaPress tatsächlich Erstaunliches: Der oftmals unüberblickbare Datenwust der Wikipedia wird greifbar gemacht durch handliche Bücher, die sich jedermann zu bestimmten Themengebieten selbst zusammenstellen kann. Jeder Wikipedia-Artikel, den man auswählt, fließt ins Buch als „Kapitel“ ein, Bilder werden (auf Wunsch farbig) übernommen, das Layout geschieht vollautomatisch – aber erstaunlich präzise und ansehnlich.
Veröffentlicht in Übers Schreiben Getagged Bücher, GGP, PediaPress, Wikipedia-Buch, Wikipedia-Bücher Kommentieren
Er tötete ihn, weil er ihn liebte, zu sehr liebte. Und dann hasste. Am 8. Dezember 1980, abends um halb elf, wartete ein Mann namens Marc David Chapman vor dem Dakota Building in New York auf sein großes Idol, den Songwriter und Visionär John Lennon. Nachdem dieser vor dem Gebäude aus seiner Limousine gestiegen war, feuerte Chapman aus einer Entfernung von rund 6 Metern. Fünf Schüsse. Zwei trafen die Lunge, einer das linke Schulterblatt und einer die Halsschlagader. Lennon taumelte noch die vier Stufen zur Rezeption hinauf und rief: „I’m shot, I’m shot!”, dann brach er zusammen. Eine halbe Stunde später starb er in Krankenhaus.
Chapman, der Attentäter, verfolgt indessen die Berichte über den nun fast 30 Jahre zurückliegenden Mord – nach wie vor im Knast, in der Attica Correctional Facility in der Nähe von Buffalo (New York). Er möchte endlich entlassen werden, doch im Staat New York reicht gegebenenfalls ein einziger Protest gegen ein Entlassungsgesuch, um dieses ablehnen zu lassen obwohl die Strafe (Urteil: 20 Jahre) offiziell verbüßt ist. Im September 2010 wurde Chapmans sechstes Gesuch abgelehnt.
Heute, 30 Jahre später, spricht Notarzt Stephan Lynn (63), der ihn im Roosevelt-Hospital als erster behandelte (zitiert nach Bild.de): „Ich hätte ihn nicht erkannt. Er war grau, eingefallen, kein Puls, kein Blutdruck.“ Lynn öffnet Lennons Brust, nimmt das blutleere Herz und massiert es mit seinen Händen. Zwei Ärzte, sechs Schwestern assistieren, pumpen Blut in Lennons Körper. Lynn: „Alles spritzte durch die Wunden wieder heraus, die Kugeln hatten die Hauptarterien zerstört.“ Um 23.07 Uhr ist Lennon tot. Lynn muss Yoko Ono die schreckliche Nachricht überbringen: „Sie stieß ihren Kopf gegen die Wand, brüllte: ‚Das ist nicht wahr! Er lebt!‘“ (Ende Zitat Bild)
Veröffentlicht in Talente Getagged Bed In, Dakota Building, John & Yoko´s Year Of Peace, John Lennon, Mark David Chapman, Roosevelt-Hospital, Stephan Lynn, Yoko Ono Kommentieren
Das Buch 'Der Soziopath von nebenan' von Martha Stout ist zur Zeit bei amazon und den meisten anderen Online-Buchhändlern ausverkauft. Die prominenteste Unbekannte des Landes, das mutmaßliche Kachelmann-Opfer Simone W./Sabine W. (so die von vielen Medien benutzten Tarnnamen) hielt sich dieses Buch neulich bei der Autofahrt ins Gericht schützend vor das Gesicht, um nicht fotografiert zu werden. Aufgeklappt und bestens sichtbar. In Ermangelung anderer Fakten thematisierten sofort alle Medien das Buch. Der beste PR-Effekt, der dem Wiener Springer Verlag hatte passieren können. Die Zukunft sieht nun so aus: Presseabteilungen von Buchverlagen bestücken aufmerksamkeitsträchtige Angeklagte regelmäßig mit ihren neuesten Publikationen, zur medienwirksamen Beschirmung. Ja, vielleicht werden sogar Buchtitel speziell für diesen Zweck auf den Markt gebracht: 'Die Fahrt ins Gericht' wäre ein schöner Titel. – Doch Spaß beiseite. [...]
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