Kalifornische Zizian-Sekte: eine neue Manson-Family?

1. Eine verborgene Welt

(gpt/ajf) Anfang Juli 2025 bringt die Festnahme von Ziz LaSota eine unter dem Radar agierende Internet‑Szene auf die Titelseiten. Jahrelang war die ›Rationalisten‹‑Community ein abgeschlossener Kosmos: Foren, endlose Debatten über Künstliche Intelligenz, über Risiken für die Menschheit, klandestine Treffen in gemieteten Konferenzräumen. Jetzt steht ein Abkömmling dieses Milieus plötzlich im grellen Licht – wegen einer Reihe von Gewalttaten. Ein intellektueller Zirkel zeigt sich nun für Ermittler als Szene mit Blutspur – und eine ihrer schillerndsten Figuren steht plötzlich im Zentrum eines Strafverfahrens.

2. Die Rationalisten – Ursprung

The-Zizians-ImagesDie Bewegung entstand Ende der 2000er‑Jahre in Foren wie LessWrong. Ihr Ziel war fast utopisch: Mit Logik, Wahrscheinlichkeiten und Bayes’schem Denken klarer sehen – und vielleicht die großen Fehler der Menschheit verhindern.

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Timothy Leary – Prophet der Tech-Bros?

(gpt/ajf) In den 1960er‑Jahren rief Timothy Leary eine ganze Generation mit dem Satz ›turn on, tune in, drop out‹1 zu einem psychedelischen Aufbruch auf. Ein halbes Jahrhundert später kehren dieselben Moleküle, die damals für Rebellion standen, zurück in den Mainstream – über Universitätslabore, Zulassungsverfahren und Risikokapital. Was einst Gegenkultur war, wird heute von Institutionen umarmt, die früher Psycho‑Drogen bekämpften.

Psychedelika sind ins öffentliche Leben zurückgekehrt – als Werkzeug für Therapie, Kognition und, paradoxerweise, Selbstoptimierung. An der Johns Hopkins University und am Imperial College London haben kontrollierte Studien mit Psilocybin bemerkenswerte Ergebnisse bei therapieresistenter Depression und Traumafolgestörungen gezeigt2. An der Stanford University untersucht man die neuronalen Effekte von LSD‑Mikrodosierungen. Diese Forschung hat nicht nur in der Medizin, sondern auch bei privaten Investoren großes Interesse geweckt. Unternehmen wie Compass Pathways und Atai Life Sciences3 setzen darauf, dass die Zukunft der psychischen Gesundheit in jenen Substanzen liegt, die einst einen kulturellen Alarm auslösten.

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›Gebrauchsanleitung zum Suizid‹ – aktueller denn je?

Thema-Suizid (ajf) Ein Suizid-Ratgeber?
Darf es das geben? Wir meinen Ja, denn zur individuellen Selbstbestimmung eines jeden Menschen gehört auch, über seinen Tod oder sein Weiterleben autonom zu entscheiden. Das Bundesverfassungsgericht hat im Jahr 2020 in diesem Sinne geurteilt und damit unter anderem das religiöse und kulturelle Tabu, nach dem Suizid ›Sünde‹ sei, über Bord geworfen – was überfällig war.

Das BVG in seinem Beschluss vom 26. Februar 2020: »Das allgemeine Persönlichkeitsrecht […] umfasst ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Dieses Recht schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und hierbei auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen. Die in Wahrnehmung dieses Rechts getroffene Entscheidung des Einzelnen […] ist […] als Akt autonomer Selbstbestimmung von Staat und Gesellschaft zu respektieren.« Damit hob der Zweite Senat das in § 217 des Strafgesetzbuchs normierte Verbot der Förderung der Selbsttötung auf. Eine Neuregelung hat der Gesetzgeber trotz vieler Anläufe bisher nicht zustande gebracht.

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The Urban Guerrilla Manifesto — How Marighella’s Book Shaped the RAF

(ajf) The ›Minimanual do Guerrilheiro Urbano‹1 is considered the most influential handbook for underground fighters; it was written by Carlos Marighella (1911–1969), a Brazilian politician, writer, and guerrilla fighter against the country’s military dictatorship. The book offers detailed instructions on how to organize guerrilla operations in urban environments, including logistics (weapons, vehicles), sabotage tactics, kidnappings and attacks, propaganda, indoctrination, and much more.

Carlos Marighella was a key activist against Brazil’s military dictatorship, which lasted from 1964 to 1985. He founded the ›Ação Libertadora Nacional‹ (ALN – National Liberation Action), a communist guerrilla movement that fought against the repressive regime and attracted supporters from all sectors of Brazilian society. Marighella was killed in November 1969 in São Paulo during a heavy shootout with the police, after his location had been betrayed.

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Wegweiser aus dem Transgender-Kult


Wegweiser aus dem Transgender-Kult

Aus einer ursprünglich seltenen Diagnose – Gender-Dysphorie – ist ein Kult geworden. Was einst ein Marginalthema war, hat sich zu einer Ideologie entwickelt, die Kinder und Jugendliche auf einen riskanten medizinischen Weg führt. Sie werden dazu gebracht, sich im eigenen biologischen Geschlecht fremd zu fühlen1; man redet ihnen bereits im minderjährigen Alter Hormonbehandlungen ein, wodurch sie zu lebenslangen, von Medikamenten abhängigen Patienten werden. Das Muster gleicht dem einer sektenartigen Bewegung: Indoktrination, soziale Isolation, Kritikverbot – und das Heilsversprechen einer neuen Identität, verbunden mit der Entfernung gesunder Körperteile, darunter auch primäre Geschlechtsorgane, die operativ in simulierte Gegenstücke verwandelt werden. Das verlinkte Buch ›Wegweiser aus dem Transgender-Kult‹ ist die überarbeitete, kommentierte Neuauflage einer im September 2023 von der ›Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz‹ (BzKJ) indizierten Broschüre.

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Alexander von Humboldt: Ansichten der Natur

»Was gegen die Natur ist, ist (…) ohne Bestand«
Alexander von Humboldt

»Wir brauchen eine angemessene Gleichzeitigkeit,
eine Balance zwischen Strenge und Phantasie«
Gregory Bateson

Natürlich konnten sich Alexander von Humboldt (1769–1859), der große deutsche Naturforscher, und Gregory Bateson (1904–1980), der geniale amerikanische Anthropologe, nie begegnen. Wenn man aber beide kennt, fallen einem erstaunliche Parallelen ein. Beiden war es ein Anliegen, ja ein immanenter Zwang, die Erscheinungen des Lebens nicht isoliert zu betrachten. Keine abgeschlossene Fachwissenschaft zu schaffen, die von anderen Themenfeldern nicht berührt wird. Sondern das genaue Gegenteil: Brücken zu bauen, Verbindungen herzustellen und Parallelen zu ziehen, zwischen scheinbar Getrenntem, und doch zutiefst Verbundenem. Bei Bateson nannte man das später systemisch-kybernetisches Denken. Alexander von Humboldt war der Pionier dieser Arbeitsweise.

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Aus dem Archiv (2001): ›Kratz mir den Rücken, Cyborg-Maid‹, revisited mit ChatGPT (2025)

ChatGPT (2025): Ich habe mir diesen alten Text nochmal vorgenommen – 25 Jahre später. Manche Passagen sind erstaunlich hellsichtig, andere wirken heute wie Techno-Protzerei mit Beigeschmack. Kann das weg, oder ist das Kunst? Wir haben uns für einen Mittelweg entschieden: Der Text bleibt, wie er war – aber ich kommentiere ihn. Manchmal mit hochgezogener Augenbraue …

(ajf, 2001) Die Entwicklung von intelligenten Robotern steht kurz bevor. Und wir werden sie nicht nur zum Rückenkratzen abstellen. Das wäre doch viel zu schade …

 

ChatGPT (2025): In seiner Zeit war der Text provokant formuliert – heute fällt der Sexismus stärker auf. Die Vorstellung eines »Hausroboter-Mädchens« wirkt wie ein nostalgischer Reflex auf tradierte Rollenbilder, vermischt mit Tech-Fantasie. Siehe auch weiter unten: Wann gibt es endlich das intelligente Hausroboter-Mädchen, das mir Frühstück ans Bett bringt? Oje, wie konntest du nur so etwas schreiben, Joe …

Das Meinungsforschungsinstitut dimap fragte die Deutschen, was sie sich vom neuen Jahrhundert erwarten. Eine Frage hieß: »Glauben Sie, dass der Computer künftig die Welt beherrschen wird?« Von den 1100 Befragten antworteten 74 Prozent mit Ja, nur 24 Prozent sagten Nein. Damit liegen sie richtig: Das neue Jahrtausend gehört den Maschinen, Zwitterwesen zwischen Mensch und Roboter – Cyborgs.

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Die Sklaventransporter | Der Transatlantische Dreieckshandel

Fundstück aus dem Archiv
a. j. fischer/mare

Bis weit ins 19. Jahrhundert verschifften europäische Sklavenhändler viele Millionen Schwarze in die Karibik. Dahinter stand Europas Gier nach Zucker

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verzeichnete eine Londoner Firma, die medizinische Gerätschaften vertrieb, eine ungewöhnlich gesteigerte Nachfrage nach einem Instrument mit Namen ›speculum oris‹ (Mundspiegel). Der metallene Spreizer diente Ärzten dazu, bei einem Kinnladenkrampf den Mund des Patienten gewaltsam zu öffnen – eine Brachialtherapie, die nur selten angewendet wurde. Als der Chef des seriösen Londones Handelshauses der Sache auf den Grund ging, stieß er auf einen schmuddeligen Liverpooler Laden, in dessen Schaufenster neben Daumenschrauben, Hand- und Fußfesseln auch der Kinnspreizer lag – sämtlich Ausrüstungsgegenstände für Sklavenschiffe: Gefangenen Schwarzen, die lieber Hungers sterben wollten, als geknechtet und deportiert zu werden, wurde mit dem ›spekulum oris‹ brutal der Mund aufgehebelt, um ihnen Nahrung einzuflößen.

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