Sommerzeit im Winter: Cui bono?

(ajf) Lassen wir mal das nicht zugkräftige Argument der Energieeinsparung beiseite und fragen: Wem nützt die Sommerzeit (MESZ), wem nicht?

Die Sommerzeit ist keine so gute Sache für jene, die als Gerüstbauer, Bauarbeiter, Bauern, Straßenkehrer, Bäcker usw. früh raus müssen, also Leute, die noch echte, handfeste Arbeit tun. Auch für Schulkinder, die in Deutschland ohnehin zur unchristlichen Zeit von 8 Uhr in der Klasse sitzen müssen, ist sie ein Nachteil. – Allerdings spielt das alles im Sommer überhaupt keine Rolle, denn da wird es ohnehin früh hell. Genau darum hat die Sommerzeit im Sommer ihre Berechtigung.

Eine Sommerzeit im Winter würde aber bewirken, dass alle gezwungenen Frühaufsteher stundenlang im Dunkeln arbeiten und Kinder beinahe vier Monate im Jahr im Dunkeln zur Schule wandern müssen. Ob das wünschenswert ist, wage ich zu bezweifeln. Sinnvollerweise sollte man dann wie in anderen Ländern den Schulbeginn auf 9 Uhr verlegen.

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Alle Fakten zum Elfmeterschießen

(ajf) Geir Jordet, Professor für Sportwissenschaften in Oslo, weiß mehr über Elfmeterschießen, als sonst ein Mensch auf der Welt, jedenfalls theoretisch. Der Wissenschaftler und Fußballfan untersuchte 41 Elfmeterschießen aus den Jahren 1976 bis 2004 und publizierte seine Arbeit im  Journal of Sports Sciences. Hier einige seiner bemerkenswerten Erkenntnisse: Der erste Elfmeter wird zu 87 Prozent von jedem Team verwandelt. Bis zum vierten sinkt die Trefferquote auf 73 Prozent. Nervensache: Wenn ein Fehlschuss die Niederlage bedeutet, liegt die Trefferquote bei 52 Prozent, wenn der Schütze den Siegtreffer erzielen kann, bei 94 Prozent.

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Malaria-Prophylaxe – Muss das sein?

von Dr. Nikolaus Frühwein
Tansania ist ein beliebtes Reiseziel der Deutschen. Safari, manchmal mit Besteigung des Kilimandscharo. Im August kommt Michael S. mit hohem Fieber kurz nach einem Aufenthalt dort in meine Praxis. Im Mikroskop finden wir die kleinen Ringchen: Malaria tropica, die gefährlichste und häufigste Form der Malaria: Einweisung ins Krankenhaus, vollständige Erholung nach wenigen Tagen.

Schlaglichtartig beleuchtet dieser Fall die Problematik der Malaria. Gerade die häufig bereisten Länder im mittleren Afrika sind ›Hotspots‹ der Malaria. Hier ist unbedingt eine Vorbeugung mit Medikamenten zu empfehlen. mehr…

›Neu Denken, neu Leben!‹ – abseits hilfloser Politik

(ajf) Inzwischen erscheint es wie ein Wunder wenn die Politik irgendeine Entscheidung zustande bringt. Wir erleben eine Zeit der Stagnation und Untätigkeit wie selten, und das betrifft alle Bereiche der Politik.

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Strahlenschutz-Comic-Broschüre der NISA [Nuclear and Industrial Safety Agency, Tokio]

Die japanische Atom-Behörde NISA hat eine comicartige Aufklärungsbroschüre für den atomaren Notfall veröffentlicht. Anhand kleiner Zeichnungen erklärt die NISA darin, wie sich Menschen im Ernstfall verhalten sollen und wie eine Panik vermieden werden kann.

Man kann der Strahlenschutz-Comic-Broschüre der japanischen Atomsicherheitsbehörde (NISA) Verharmlosung vorwerfen, jedoch ist zu befürchten, dass die deutschen Behörden im Ernstfall noch viel weniger brauchbares Informationsmaterial zu bieten hätten.


Auch lesen:
›Stromausfall im Atomkraftwerk = SuperGAU ‹, [vom 18. März 2011]
Volksverdummung: ›Die sichersten Atomkraftwerke der Welt‹, [vom 13. Juli 2008]

Stromausfall im Atomkraftwerk = SuperGAU

(ajf) Atomkraftwerke produzieren Strom, das ist ihr Job. Trotzdem brauchen sie doppelte und dreifache Notstromaggregate, Ersatzdiesel, Notbatterien und Zusatzakkus. Alleine diese simple, merkwürdige Tatsache sollte einem zu denken geben.

Es gibt also einen Moment in der Historie so einer ›Störung‹ wie die fatalen Fehlfunktionen gern verharmlost werden, an dem die Energie, die die Kernbrennstäbe massenweise liefern, nicht mehr abgezapft und genutzt werden kann. Stattdessen entgleitet sie in Form atomarer Strahlung und verseucht AKW-Personal, Anwohner, Umgebung, vielleicht ganze Landstriche. Von Aussen muss dann Fremdenergie zugeführt werden, um die noch größere Katastrophe zu verhindern. Kühlung, Wasser, Stromleitungen, die neu gelegt werden – all das, was zur Zeit in Japan geschieht.

Das Höllenfeuer, würden Apokalyptiker sagen, ist ausser Kontrolle geraten, und richtet sich gegen die Menschen, die es entfacht haben. Leider ist diese Aussage näher an der Realität, als uns lieb sein kann.

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Vorsicht, Gen!

(ajf) Die ganze Aufregung um Thilo Sarrazins Buch habe wegen Urlaubs ich aus der Distanz verfolgt, aber so einige Diskussionsfetzen sind doch zu mir durchgedrungen. Zum Beispiel habe ich das Gefühl, dass man das Wort ›Gen‹ in Deutschland nur mit äußerster Vorsicht gebrauchen darf, insbesondere im Zusammenhang mit Eigenschaften bestimmter Populationen oder Gruppen. Mir kommt das vor, als würde man mit der Leugnung von Genen hinter das wissenschaftliche Zeitalter zurückfallen.

Natürlich haben bestimmte Teilpopulationen der Menschheit gemeinsame oder auch unterschiedliche Gene. Dass z.B. die Schwarzen schwarz sind und die Chinesen mandelförmige Augen haben, liegt nicht an Erziehung oder Schönheitsoperationen, sondern wird durch Gene vererbt. Gene, die sich im Lauf der Jahrtausende an bestimmte Lebensumstände angepasst haben. Das betrifft sowohl körperliche als auch psychische Eigenschaften der Menschen. Wir sind nicht ›alle gleich‹ – um das festzustellen, brauchen wir nur in den Spiegel zu schauen.

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